#15

So jetzt mach ich mich mal wieder an einen neuen Blogeintrag, denn es ist schon bald wieder einen Monat her, dass ich den letzten Blog online gestellt hab. Allerdings hat Ruven mir geraten vielleicht weniger Zeit zwischen den unterschiedlichen Blogs verstreichen zu lassen. Mal sehen ob ich das jemals hinbekommen werde… Wohl eher nicht, dafür bin ich eindeutig zu faul! Aber los geht’s! Heute ist der 29.5. und damit ist die Ankunft von Josi nur noch 2 Monate weg. Noch 62 Tage. Das zeigt mir, dass meine Zeit abgelaufen ist. Ich werde sicherlich mit diesem Eintrag zusammen nur maximal noch 4 Einträge online stellen. Es ist doch wirklich unglaublich! Tja, dieses Thema steht besonders bei mir und Ruven jetzt immer mehr im Mittelpunkt. Letztens hatte Ruven mal seinen Kalender rausgeholt indem er jeden verstrichenen Tag abgestrichen hatte… Wow, da war echt nicht mehr viel da. Vor allem ist jetzt jede Woche irgendein besonderes Ereignis. Mal hat jemand von uns Geburtstag, dann kommt ein Bekannter, dann sind Midterm-Ferien. Ich muss auch sagen, dass ich mich schon richtig wieder auf Deutschland freue! Durch den Besuch meiner Eltern wurde ich wieder an so viel erinnert. Ich würde das Gefühl aber nicht als Heimweh bezeichnen, denn die Zeit hier fehlt mir jetzt schon, aber ich merke, dass mir der Abschied hier vielleicht nicht so schwer fallen wird, weil ich mich einfach schon auf so viele Sachen im guten alten Deutschland freue. Aber auch über dieses Thema haben wir schon viel geredet und sicherlich idealisiert man hier drüben auch vieles, wie bei so vielem was man nicht hat. Sicherlich wird jedem von uns der Einstieg zurück ins alte Leben auf die eine oder andere Weise sehr schwer fallen. Aber intakte Straßen und Fahrrad fahren werden mir sicherlich von Anfang an sehr gut gefallen! 😀 Naja, noch ist es ja auch noch nicht so weit. Noch hab ich ja die besagten 62 Tage bis Josi kommt und dann sind es ja auch nochmal 3,5 Wochen. Also, wo hab ich beim letzten Blogeintrag aufgehört? Meine Aufzeichnungen verraten mir, dass ich am 9. Mai weitermachen sollte. Hierbei handelt es sich um einen Montag und zwar war dieser Montag der erste halbwegs richtige Schultag. Das heißt aber nur, dass alle Lehrer da waren, aber die Schüler ließen wie gewöhnlich auf sich warten. Ich glaube in meiner Montagmorgenklasse waren 2 von 20 Schülern da. Leicht niederschmetternd, aber da ich diese Klasse abgeben wollte, zuckte es mich nicht so sehr. Warum wollte ich diese Klasse abgeben? Tja, das ist einfach. In der Examenszeit hat es zu viele Beschwerden begeben und ich habe bemerkt, dass ich überhaupt nicht das unterrichtet hab, was eigentlich hätte unterrichtet werden müssen. Aber dafür habe ich einen relativ guten Grund, denn es gibt keinen Unterrichtsplan für mein Fach an unserer Schule und wenn ich nachgefragt hab, was ich unterrichten soll, dann wurde mir nur gesagt, dass ich unterrichten soll, was ich für richtig halte… Toll, das hab ich gemacht, wurde enttäuscht und hab jetzt andauernd ein total schlechtes Gefühl, wenn ich in die Klasse gehe, weil ich mich komplett inkompetent fühle. Also hab ich in dieser Woche dem Headmaster geflüstert, dass ich diese Klasse nicht mehr unterrichten will. Aber soweit sind wir ja noch gar nicht, denn an besagtem Montag beredeten wir einfach nur die End of Term Examinations und redeten so ein bisschen über die Ferien. Eigentlich hätte ich noch Deutsch mit dem dritten Lehrjahr gehabt, aber da Samspon der einzige Schüler war, der da war und dieser auch noch von einem Lehrer zum Arbeiten geschickt wurde, fiel Deutsch aus und ich war angepisst, weil ich wie ein Trottel dastand. Das dritte Lehrjahr ist übrigens halbwegs neu. Das sind die Leute, die letzten Term ihre Attachments, also eine Art Praktika hatten. Jedoch haben die wenigsten die 3 Monate wirklich durchgezogen. Eine hat sogar erst diesen Term ihre Chance bekommen, aber dafür arbeitet sie jetzt in der Cateringabteilung des Golden Tulips, einem selbst für europäische Verhältnisse teuren Hotel. Ich glaube da bezahlt man pro Nacht auch gut und gerne mal über 100 Euro und das sind dann auch eher die dankbaren Zimmer. Auf jeden Fall hat sie echt den Jackpot mit dieser Anstellung geknackt. Naja, den restlichen Tag haben wir dann noch mit Schülern gechillt und uns gefreut, dass wieder mal ein paar von den Leuten da sind! Am Abend war dann, wie um zu beweisen, dass die Schule wieder losgeht, der Strom weg. Allerdings konnte die Schule nichts dafür, denn es war ein dorfweiter Stromausfall, der auch mehr als nur einen Tag hielt. Ich glaube wir hatten erst Mittwoch wieder Strom… Naja, dann ging es auf in den nächsten Tag. Der war dann auch gleich ein bisschen viel für mich. Ich weiß, dass es für europäische Verhältnisse lächerlich ist, sich zu beklagen, aber die 5 Stunden hatten mich schon mitgenommen. Das erste Lehrjahr am Morgen war ja noch relativ entspannt. Dann musste ich aber das zweite Lehrjahr für meine Deutschstunde aus den Betten holen, was mich schon ein bisschen aufregte, aber wenigstens konnten wir dann die Examen besprechen. Hier mal eine kleine Nachricht zwischendurch: mein PC ist gerade wegen Strominsuffizienz ausgegangen und somit habe ich die letzten 15 Minuten Text verloren. Das hat zur direkten Folge, dass die Zeilen, die ich stattdessen schreiben werde nicht so gut sein werden… -.- naja, ghana be dat, right? Also fahren wir fort. Wir hatten also Deutsch und das war schön und gut, obwohl wir nur die Hälfte der Unterrichtszeit wirklich benutzen konnten. Dann war erstmal Pause und ich bereitete mich seelisch und moralisch (zum zweiten Teil der Vorbereitung gehört in letzter Zeit doch einiges…) auf den Unterricht vor. Als es dann soweit war, setzte ich mich in den Klassenraum und wartete. Für 10 Minuten… ohne auch nur eine Spur von meinen Schülern. Also ging ich mal los, um Schüler fangen zu gehen. Und ich wurde auch schnell fündig. Ein Exemplar ruhte sich auf der Tischtennisplatte aus, ohne einen Gedanken an Englisch zu verschwenden. Ist ja so kein Problem, aber nicht wenn ich als Austausch dafür, wie ein Versager alleine im Klassenzimmer sitzen muss. Also redete ich ganz freundlich mit ihm und bat ihn doch bitte die anderen Schülerlein zu holen, damit wir ganz fein lernen können. Er hüpfte dann ganz geschwind los und machte sich auf die Suche nach seinen Artgenossen. Ich ging zurück in mein Klassenzimmer und spielte noch 30 Minuten Versager, bis dann endlich mehr als 0 Schüler in meinem Klassenzimmer waren. Man kann sich vorstellen, dass ich ein wenig von der ganzen Scheiße genervt war, aber, professionell wie ich versuche zu sein, brachte ich einfach alles zu einem schnellen Ende. Kein Problem, wenn die Schüler keine Fragen haben, sich sowieso nicht richtig dafür interessieren, weil sie mit dem Thema Abschlussarbeit abgeschlossen hatten. Und hier mal ein kurzer Abschnitt über Schüler: die haben echt einen Hang dazu sinnlosen Mist zu verzapfen! Wie komme ich zu einer solchen Aussage? Naja, etwa eine Woche später, es waren dann schon mehr als nur 20 Schüler in der Schule, begannen Schüler zu streiken, weil sie immer noch keinen Schulbus, keine Schuluniformen und Sportgeräte hatten, die sie doch schon im Term zuvor bestellt hatten. Es ist aber auch unverschämt, dass sich unsere Schule um solche wichtigen Sachen nicht kümmern kann! So können sich unsere armen Schüler vor ihren Freunden nicht mit vorgetäuschtem Reichtum brüsten. Die Schüler wollten übrigens nicht mal im Ansatz über die Lehrer reden, die noch nicht richtig unterrichtet hatten. Denn sowas wie Wissen ist doch, wie jeder weiß, an Schulen komplett nebensächlich. Schulen sind ein Ort, an dem junge Menschen zusammenkommen, um sich über schwachsinnige Sachen zu unterhalten und… egal, ich höre auf, sonst merkt noch jemand, dass ich hier gerade versuche ironisch zu sein. Eine Sache nur noch: bei all meinen Worten kommt mir sofort einer meiner alten Lehrer in den Sinn, der schon immer predigte, dass Schüler nerven. Und das hat nichts mit Verständnislosigkeit zu tun, das ist schlicht und einfach Empirie (ja, diesmal hab ich es richtig geschrieben! :D). So kam ich also gequält und über den Sinn des Lehrerlebens sinnend nach Hause und legte mich hin und schlief sofort ein. Da der Strom noch immer weg war und es dunkel wurde, entschied ich mich zur Schule zu gehen, weil die interessanterweise Strom hatten. Dort wollte ich auch schön mein Handy aufladen. Also nahm ich mir mein Ladegerät mit und bemerkte beim Aufladeversuch, dass ich irgendwie mein Handy vergessen hatte. Das war gar nicht mal so gut von mir. Aber so schlimm war es im Endeffekt gar nicht, denn so konnte ich mich schön mit Davida und Lucy unterhalten, was ich schon ewig nicht mehr gemacht hatte. Um genau zu sein, hatte ich mit Davida das letzte Mal normal geredet als ich mit ihr, Ruven und Sarkodie zu dem Radiosender gefahren war. Und das ist jetzt schon etwa ein halbes Jahr her. So wurde ich freundlicherweise auch sofort von ihr in die Kirche eingeladen. Dem muss ich wohl oder über nachkommen. Naja, bis jetzt hab ich es schon verhindern können, aber nächste Woche werde ich wohl nicht drumrumkommen… Außer ich bekomme Malaria… hm… das lässt sich regeln 😉 Egal, ich erfuhr sehr interessante Sachen, denn Davida verriet mir, dass sie in einem bestimmten europäischen Land geboren war. Aber ich konnte es ihr einfach nicht glauben. Oder hättet ihr gedacht, dass eine komplett schwarze Person aus Ghana in Russland geboren sein könnte? Ich kam damit gar nicht zurecht und sagte ihr, dass sie lügt. Aber die beharrte so sehr darauf, dass ich mehr erfuhr: ihr Vater war für 4 Jahre da, weil er dort irgendeine Art Business hatte. Das klingt dann schon ein bisschen einleuchtend, aber ich kann es auch heute noch nicht fassen! Aus Russland!!! Eine Ghanaerin! Egal, nebenbei ärgerte ich Lucy noch ein wenig wegen ihrer anstehenden Hochzeit, die am 29.5. stattfinden sollte. Ja, das war heute, aber von dem ganzen Spaß erzähle ich euch lieber, wenn die Zeit gekommen ist. Naja, danach ging ich zu Ruven und wir spielten mit den anderen beiden noch ein wenig Karten und gingen dann schlafen. Der nächste Tag war dann schön und ohne Probleme. Ich hatte keinen Unterricht und konnte mich somit super zurücklehnen. Ruven und ich chillten uns den ganzen Tag in den Staffroom und verhielten uns pubertär. Ich zumindest 😀 Am Abend machte ich dann mal wieder mit Gifty Plamnusssuppe, die wir dann zwei Tage später mit Fufu aßen. Durch diese ganze Entspannung hatte ich dann wieder genug Kraft geschöpft, um den nächsten Tag zu überstehen. Morgens hatte ich erstmal eine absolut krasses Motivationstief. Ich hatte gar keine Lust ins Klassenzimmer zu gehen, aber als ich dann erstmal da stand, ging es schon irgendwie, auch wenn ich mir zwischendurch einfach nur wünschte, mich hinlegen zu dürfen und zu schlafen. Danach richteten wir ein bisschen unsere Bibo ein. Das heißt, ich versuchte nicht komplett auf der Couch einzuschlafen, während Ruven arbeitete. Dann musste ich noch meine letzte Stunde unterrichten. Die verlief eigentlich auch ganz nett, bis dann ein Taxi mit extrem aufgedrehten Boxen an unserem Klassenzimmer vorbeifuhr. Einer meiner Schüler, Baba Seidu, fühlte sich davon beeinflusst mal nach draußen zu gehen und seine Meinung zu der ganzen Sache kundzugeben. Daran ist sicherlich auch nicht so viel falsch, wenn da nicht zwei, nein drei Sachen wären. Erstens sollte er das nicht tun, wenn ich es ihm nicht erlaube. Da die Stunde aber so gut wie vorbei war und ich nur noch schnell die letzen paar Worte an die Tafel kritzeln wollte, war es mir einfach egal, ob er nun rausgeht oder nicht. Zweitens hätte er vielleicht freundliche Worte verwenden sollen und den freundlichen Herren nicht sagen sollen, dass sie sich wie Dorfkinder verhalten. Und drittens ist es doof, wenn es sich nicht um drei freundliche Herren, sondern um drei muskulöse, betrunkene Dorfkinder handelt. Also Kinder waren sie nicht mehr, sondern schon so um die 25 und deswegen ließen sie sich ungern was von einem Schulkind sagen. Heute hatte ich aber herausgefunden, dass Baba schon 22 ist, aber das nur am Rande. Naja, auf jeden Fall merkte Baba, dass es vielleicht unklug war, was er getan hatte und ging zurück in den Klassenraum, aber die Beschimpften folgten ihm und standen da auf einmal in meinem Unterricht und bewarfen Baba mit vielen scharfen Worten. Tja, ab hier wurde es dann interessant. Ich bat sie doch bitte zu gehen, aber die hörten mich nicht mal. Könnte am Unvermögen liegen Englisch zu sprechen, oder daran, dass sie mich nicht ernst genommen haben, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wurde ich ziemlich ungeduldig und hatte auch nicht so richtig Bock auf Stress, sodass ich den aggressivsten der drei ein wenig nach draußen geschubst habe. Der hat mich daraufhin mit einem finsteren Blick bedacht und hätte sicherlich auch bald zugeschlagen. An dieser Stelle wurde ich gerne von meinen Heldentaten erzählen, wie ich die 3 Dorfatzen auf ihre Plätze verwiesen habe oder wenigstens, wie ich zusammengeschlagen wurde, um meinen Schüler zu verteidigen, aber nichts von alledem ist passiert. Daniel Addo, ein Lehrer, kam vorbei, bemerkte, dass es Beef gab und schlug sich denn Bauch voll. Haha nein, nicht witzig,.. -.- er beschwichtigte den ganzen Stress und keiner wurde an diesem Tage verletzt. Das heißt, dass vielleicht noch irgendwer irgendwie irgendwelche Leute zusammengesucht hat, um die andere Seite zusammenschlagen zu lassen. Aber wenn irgendwas in der Richtung passiert ist, dann habe ich davon nichts mitbekommen. Baba, der klein und schmächtig ist, hat aber angedeutet, dass die Leute von eben noch was davon haben werden… Und damit wurde nie wieder über dieses Thema gesprochen. Naja, als ich dann zu Hause war, schlief ich und hoffte, dass ich den Stress des Tages überstanden habe. Tja, da es aber keinen Gott gibt, kam noch mehr: ein Anruf meiner Eltern, dass ich keinen sinnvollen Rückflug nach Deutschland bekomme und wir deswegen einen komplett neuen Flug buchen müssen. Das erste Angebot von British Airlines lag auch nur bei lächerlichen 900 Euro für einen einzelnen Flug. Das ist doch mal ein gerechtfertigtes Angebot, wenn man bedenkt, dass ich fast das gleiche für Hin und Zurück bezahlt hatte… Auf jeden Fall war das alles ein ziemlich harter Schlag ins Gesicht, von dem ich mich nicht so schnell erholte. Tatsächlich schaffte ich es aber noch mich aus der Wut herauszuziehen und nahm noch an der Hälfte des Radioprogramms teil. Danach war dann einfach nur noch Stress angesagt. Ich wollte alles endlich geklärt haben, aber dafür musste ich noch einige Tage warten. Hätte ich am nächsten Tag Unterricht gehabt, dann hätten meine Schüler nicht so viel davon gehabt, da bin ich mir sicher! Stattdessen aber hatte ich an besagten Freitag nichts zu tun, sondern legte mich in den Staffroom um zu merken, dass ich nicht schlafen konnte. Ich versuchte mich auch an einer Runde Blogschreiben, aber alles was dabei herausgekommen war, war das: So, mir ist gerade richtig langweilig. Ich hab es probiert mit einem Film, mit einem Spiel und mit lesen. Nichts von allem hat mich erfüllt. (Arbeit steht natürlich völlig außer Frage, da das Anstrengung bedeuten würde!) Also schreibe ich jetzt einfach ein bisschen Blog, um mir später das Blogschreiben erleichtern zu können und nicht gleich über einen ganzen Monat schreiben zu müssen. Naja… Mal sehen hm hm hm. Also erst vor 5 Tagen hab ich einen Blog online gestellt und fange somit gleich mal am 9.5. an. Dabei handelt es sich um meinen ersten richtigen Schultag nach den Ferien. Zum Staffmeeting letzten Freitag wurde viel besprochen Mehr schaffte ich an diesem Tag auch nicht. Ich ging noch zur Uni, um einige Dinge zu klären, aber danach gab es nur noch eine Option und die hieß Bett. Am nächsten Tag gingen wir dann zur Polytechnic, um Volleyball und Basketball zu spielen. Aber bei mir wollte es einfach nicht so recht laufen. Somit habe ich dann auch einfach den Rest des Tages gechillt und am Abend war dann die Bar angesagt, da haben wir auch Jackson mal wieder getroffen und ich hab mich ne Weile mit ihr unterhalten und dabei herausbekommen, dass ihr Vater die Person ist, die hier im Dorf einen Pharmaziekonzern hat. Naja, war also alles nicht so besonders, aber ich glaube, dass ich an diesem Tag noch von meinem Vater gesagt bekommen habe, dass sie einen preiswerteren Flug haben und von Torsten hab ich einen neuen Flugtermin bekommen, der sich aber nicht mit meinen Plänen deckte. Pech gehabt. Also fliege ich jetzt mit Air Portugal nach Hause. Am 23.08.2011 um 23:45 oder so. Das heißt für mich noch einen extra Tag alleine in Accra… Mal sehen was ich da mache. Sicherlich all mein Geld verprassen und vielleicht mal Keykey besuchen. Accra steht mir offen! Naja, jetzt hab ich auch knallhart fast eine ganze Woche beschrieben und werde erstmal schlafen gehen, weil ich müde bin und es schon echt spät ist: 21:22 Uhr!!! 😀 So ausgeschlafen und weiter geht’s! Der nächste Tag war ein Sonntag und eigentlich hatten wir mit Eric ausgemacht, dass wir mit ihm zusammen in die Kirche gehen. Das Besondere daran ist, dass er ein Zeuge Jehovas ist und das somit recht interessant geworden wäre. Aber seine Freundin ist kurzzeitig krank geworden und er unterrichtete uns davon erst relativ spät. Doch letztendlich waren wir glücklich, weil wir eigentlich gar keinen Bock auf Kirche hatten. Es ist krass, was man da für eine… ja ich würde es fast Angst nennen, entwickelt! Tja, also haben wir stattdessen einfach gechillt und ich hab noch ein wenig gewaschen. Nach einem kleinen, feinen Film bin ich in die Uni gegangen und dann ins Bett. Ein schön entspannter Sonntag also. Auch der nächste Tag war nicht besonders, wie auch, die Schule hatte ja wieder angefangen und alles was man da machen kann, ist unterrichten, abwaschen und vielleicht mal Volleyball spielen gehen. Naja, an diesem Montag musste ich dann doch nochmal die Second Years unterrichten, weil kein Lehrer für die Leute da war. Aber ich hoffte immer noch, dass jemand kommen würde und mich erlösen würde. Deutsch war dann auch eher semiproduktiv, weil Sylvester wieder da war und nervte! Schrecklich! Er weiß einfach nicht wo Schluss ist und wundert sich dann, wenn man mit der Situation unglücklich wird. Mir ist echt lieber, wenn er einfach nicht kommt, da kann man wenigstens ordentlich Unterricht machen, ohne das jemand die ganze Zeit lacht und labert. Naja, an diesem Tag war es nicht so und ich schaffte kaum etwas. Naja, an diesem Tag hatte ich dann auch die Idee, dass ich mal das Glas, was in meinem Zimmer liegt für die Fenster zurechtschneiden sollte. Ich probierte es und nach 30 Minuten an einer einzigen Fensterscheibe gab ich auf, denn es klappte einfach nicht so wie ich es wolle. Besonders weil ich mich bei der einzigen Scheibe, bei der ich was abschneiden konnte, um einen Zentimeter vertan hatte und die ganze Arbeit für umsonst war. Tja, was solls, dachte ich mir und ging zu Andrew und chillte ein bisschen bei ihm. Das war er dann auch wieder, der Tag. Der darauffolgende Dienstag war dann irgendwie richtig nervig. Am Morgen haben die Schüler erstmal gestreikt. Lächerlich! Aber dazu habe ich meine Gedanken ja schon geschrieben, also weiter im Text. Auf jeden Fall ist dadurch die Hälfte meines Unterrichts ausgefallen, wodurch ich dann schon ein wenig ungehalten war und das ließ ich meine Schüler spüren! Ich meine letztendlich bin ich doch genauso glücklich, wie die Schüler, wenn unterricht ausfällt, aber es nervt mich halt um ihretwillen. Aber ich überstand den ganzen Mist ganz gut und bereitete danach noch ein bisschen meinen Unterricht für den restlichen Teil des Tages vor. Deutsch fiel aus, weil meine Schüler nicht aufzufinden waren. Das fand ich nicht cool und ich hätte es sie fast spüren lassen und hätte fast einen Test über das geschrieben, was ich in dieser Stunde drangenommen hätte, aber dann habe ich herausbekommen, dass die meisten von ihren Lehrern für irgendwelche Arbeit eingespannt wurden. Während ich da so saß und ziemlich unglücklich war, dass sich keiner für mich interessiert, kamen Sylvester, Sampson und Ike vorbei und fingen an mich zu belagern. Kein Problem dachte ich mir… Lass sie doch ein wenig von den Süßigkeiten haben, die ich sonst meinem zweiten Lehrjahr gegeben hätte. Kaum hatte ich es gedacht, gab ich jedem auch ein Maoam. Eins, weil ich jedem nur eins geben wollte… Aber ich hatte vergessen, dass es sich um nervige, kleine, zurückgebliebene und selbstgerechte Kinder handelte, also griff Sylvester so dermaßen tief in die Süßigkeitentüte, dass er locker die Hälfte in seinen Händen hatte. Danach steckte er sich diese vollen Hände in die Taschen und lachte mich an. Daraufhin war ich echt kaum noch zu bändigen! Ich meine, wie unverschämt kann man eigentlich sein? Ich krempelte seine Hosentaschen um, sodass alles rausfiel und ich die Maoams nehmen konnte. Währenddessen griffen die anderen beiden natürlich nochmal ordentlich zu. Eine Lektion habe ich gelernt: sowas, wie eine Freude machen zu wollen ist absolut nicht möglich bei denen. Ich meine das waren nur drei und die haben mich trotzdem absolut fertig gemacht. Nach der Englischstunde war ich dann einfach nur noch endgenervt. Ich ging also nach Hause und entspannte mich, aber nur um fertig zu werden mit Harriet Fufu zu pounden. Das war eigentlich nett geplant, aber durch ein paar unglückliche Zufälle poundete ich Fufu für uns alle, aber außer mir hatte dann keiner Hunger. Also blieb ich auch allein auf den Kosten sitzen. Naja, was solls… Ich hab an diesem Tag gepoundet, wie noch nie zuvor, sodass meine Arme richtig gut schmerzten. Deswegen war die Belohnung des Essens danach auch umso großartiger! Die Reste verteilte ich dann an ein paar Schüler und Lehrer… So verkam wenigstens nichts. Da Harriet mich lobte, war ich auch gleich doppelt glücklich, weil sie Fufu-Mama ist und fast jeden Tag Fufu isst und daher echt Ahnung von Fufu hat. Also bin ich jetzt offiziell also Fufupounder ausgebildet und kann mit Ruven zusammen in Deutschland Fufu stampfen! Und vielleicht sogar ein wenig verkaufen! Das wäre es einfach nur! 😀 Aber soweit sind wir noch nicht… Denn am nächsten Tag war ich wieder komplett im Schulalltag und bereitete mein ganzes Schulzeugs vor. Lief immer hin und her, besorgte Zeugs für den einen oder anderen Lehrer, denn die waren aufgeregt, da sie geprüft wurden und damit ihre Ausbildung beendeten. Tja, ich hatte mir hier noch eine „Negativerfahrung“ aufgeschrieben, weiß aber gar nicht was so passiert ist… Sicherlich einfach nur Lehrer, die nerven, weil sie was wollen und man sich nicht schnell genug um sie kümmert, wie es hier so oft der Fall ist. Am Nachmittag hat sich dann Daniel mal wieder gemeldet und nach Geld gefragt, weil er nach Accra gefahren war und dann kurzfristig doch noch eine Woche länger bleiben musste. Also gingen Ruven und ich zur Uni und schickten ihm per Handy 20 Ghana Cedi. Das das überhaupt geht, finde ich schon echt geil! Man hat wohl einfach ein Handykonto und ein Passwort, das man sich selbst ausdenkt und kann da ohne Geldverlust Geld hin und her schieben. Echt nice, weil man immer Geld dabei hat! Dann kam wieder ein Donnerstag und hier hätte ich echt ausrasten können. Bin ich auch, aber erstmal der Grund dazu. Ich habe ja dem Headmaster vor mehr als einer Woche gesagt, dass ich das zweite Lehrjahr nicht mehr unterrichten möchte, aber dieser hat keine Möglichkeit gesehen und gesagt, dass kein Lehrer zur Verfügung steht. Und hat dann gesagt, dass ich besser als gar kein Lehrer wäre. Da ich schon tausendmal gesagt hatte, dass ich die nicht unterrichten will, beließ ich es einfach dabei. Aber ich war außer mir! Ich meine im ersten Term habe ich Englisch auch nicht unterrichtet und da hat es auch geklappt. Jetzt muss ich es aber behalten… Da kann doch was nicht stimmen! Alter, als ich aus dem Headmasterzimmer kam, explodierte ich fast. Dann kam ich aber doch langsam runter und heulte mich bei Ruven lauthals aus, sodass sich alle Ghanaer drumherum wunderten, was ich denn in so aufgeregter Erzählweise loswurde. Den Unterricht kriegte ich auch irgendwie rum, aber ich tat es mit einer ziemlichen Wut und ließ keine Dummheiten zu. Nach dem Unterricht gingen wir wieder, wie immer zum Radio und laberten. Am darauffolgenden Freitag hatte ich eigentlich nichts zu tun und hatte eigentlich keinen bock mich ewig lang auf der Couch im Staffroom zu wälzen, um dann am Nachmittag total müde zu sein, aber ich hatte Glück! Richard Bertino, der Lehrer, der gerne und viel redet, bat mich ihm ein bisschen bei seiner Arbeit zu helfen und einen „kleinen“ Teil seiner Jahresarbeit zu schreiben. Anfangs gab er mir nur zwei fünftel der gesamten Arbeit und als ich fertig war, gab er mir dann den Rest. Es ist einfach zu geil, wie faul Ghanaer werden, wenn sie einen Dummen gefunden haben, der jede Abtipparbeit für sie erledigt. Naja, aber wie gesagt, ich hab ja ein bisschen danach gesucht und da mir Eric gerade frisch Pro Evolution Soccer auf dem PC installiert hatte, konnte man sich schön mit Abtippen und Spielen abwechseln und da Ruven mir half, war es sogar nur halb so schlimm. Als wir dann mit dem ganzen Spaß fertig waren, fuhren wir zur Kpoly und ich spielte ein wenig Volleyball während Ruven schön Basketball zockte. Danach ging natürlich nicht mehr viel und ich fuhr einfach nur noch home und chillte. Am Samstag war dann eigentlich eine Beerdigung und eine Hochzeit angesagt, aber am Freitag wurde mir gesagt, dass eine geile Volleyballaction am Samstag gehen sollte, also bin ich, wie angekündigt, gegen 9 Uhr an der Kpoly aufgetaucht und habe erstmal ein bisschen gewartet. Ich habe natürlich nicht damit gerechnet, dass die Action wirklich schon um 9 losgeht, deswegen hatte ich mir auch ein bisschen Geld zum Umtauschen mitgenommen, um für diesen Fall für eine Weile was zu tun zu haben. Da nach 30 Minuten wirklich noch absolut keiner da war, lief ich los und suchte mir irgendeine Bank. Dort wartete ich dann in aller Ruhe bis ich dran kam und legte 12 20er vor, um sie in etwas kleinere Scheine wechseln zu lassen, denn 20er kann hier kaum einer Wechseln. Das ist echt so, als ob man mit einem 200er zum Kiosk geht und Kaugummis kauft. Das macht die Verkäufer fertig und man selbst fühlt sich schlecht. Ich hatte mit Zehnern gerechnet und bestenfalls an Fünfer gedacht, aber die nette Bankfrau legte mir locker mal 120 Zweier vor. Ein riesiges Bündel von Scheinen. Und das Beste war, dass ich die alle super benutzen konnte, egal wo ich war. Genial! Davor hab ich versucht große Scheine irgendwie in größeren Läden loszuwerden und hab immer mal was kleines gekauft. Hab immer Abends im Trotro darauf geachtet, ob die Mates viel Geld in der Hand hatten oder eher nicht, wonach ich dann entschieden hatte, ob ich 20, 10 oder 5 hingebe, wobei ich mir die 20 glaube ich nie getraut habe, weil man damit sofort als reicher, angeberischer Weiser gesehen wird. Und da hab ich nicht so viel Bock drauf. Naja, genug über Geld geredet. Ich kam dann irgendwann zum Spielplatz zurück, aber es waren ein vielleicht zwei neue Gesichter zu sehen. Ich wartete und wartete und irgendwann wurde die Sonne auch immer stärker. Dann war auch irgendwann Joshua da und wir spielten uns ein wenig ein. Eigentlich sollte ich in seine Mannschaft kommen, aber nach einem kleinen Durcheinander ging ich dann doch in das Kpolyteam, weil die nur wenige gute Spieler hatten und ich sehr helfen konnte. Durch diese Entscheidung durfte ich das erste Spiel dann aber auch gar nicht spielen und kam dann erst gegen 14:30 Uhr zum Zug. Das war schon krass. Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass ich gegen 10 Uhr spiele, aber da sich Leute verspätet haben kam es dann alles so. Das lustige war dann, dass ich bis gegen 14 Uhr in der Sonne saß und hoffte, dass ich endlich dran kommen würde. Irgendwann spürte ich, wie meine Haut dem ganzen nicht mehr stand hielt und ich legte mich in den Schatten, allerdings war ich kurze Zeit später dann dran mit spielen und stand wieder für 2 Stunden in der Sonne. Ich war echt gut rot! Aber naja, im Nachhinein hat sich nur mein Gesicht gepellt. Tja, nach dem ersten Spiel hat meine Haut echt wehgetan, weil die Sonne an diesem Tag wirklich gut geschienen hatte, also entschied ich mich lieber nach Hause zu gehen. Aber davor bekam ich noch lecker Kenkey mit einer Cola. Da war jeder Schmerz vergessen. Dann merkten unsere Gegner aus Sunyani auch, dass ich Twi sprechen konnte und hatten noch ein bisschen Spaß mit mir. Aber dann war ich auch ein bisschen müde und ging nach Hause. Da war ich dann auch etwa 18:30 Uhr. Zu etwa der gleichen Zeit, wie auch die anderen, die aber eine Hochzeit und eine Beerdigung mitgemacht hatten. Wir redeten noch ein bisschen über unsere Tage und dann ging ich Schlafen, weil ich absolut am Ende und müde war. Am Sonntag dann dachten wir eigentlich, dass uns Eric endlich in seine Kingdom Hall mitnehmen wollte, aber wir hatten Glück und er kam nicht vorbei, sondern musste für seine Schule arbeiten. Also wollte ich waschen, aber Kwakye war schneller als ich und so wurde der Sonntag ein wenig gechillt. Ich sprach zwischendurch mal mit Sarkodie wegen meinem Unterrichtsproblem und überzeugte ihn, dass ich nicht das Beste bin, was dem zweiten Lehrjahr passieren könnte. Aber der Unterton war trotzdem, dass ich es wohl weiter machen darf bis ich zu Hause bin. Mittlerweile hoffe ich zwar immer noch auf eine Besserung, aber glaube gar nicht mehr, dass Sak oder der Headmaster mir helfen wollen. Aber vielleicht sehen sie auch einfach gar keine Möglichkeit. Tja, an dem Tag gab es auch mal wieder seit Ewigkeiten Pancakes, die mit Tomaten und Schmierkäse sehr lecker waren!!! Nachdem ich dann irgendwann gegen 17 Uhr bemerkte, dass ich noch nichts geschafft habe, außer PES zu zocken, zu essen und mich zu entspannen, ging ich dann zu Deborah und sagte ihr, dass ich mal wieder Steven besuchen wollte. Da sie ein sehr guter Freund von Steven ist und ich ihn nicht so gut kenne, wollte ich, dass sie lieber dabei ist, während ich mir von ihm Software, Musik und Videos von ihm kopiere. Ich glaube er war auch ganz zufrieden damit, denn irgendwann begannen die beiden über Beziehungszeug zu reden und Deborah hat verlauten lassen, dass sie nie fremdgehen könnte, weil sie gar nicht wüsste, wie man vor seinem Partner lügt. Aber Steven sagte, dass er es ihr beibringen könnte… 😀 Da musste ich ein bisschen in mich hineinlachen. Aber egal, die Musik und die Videos waren wirklich nett. Denn eins der Videos war „Pound Power“ von Delle. Und dieses Video war so dermaßen Ghana-like, dass ich hätte ausrasten können. Ich hab es gleich mehrere Male geschaut und dann gleich Ruven gezeigt und dann den anderen beiden. Jeder der hier in Ghana war, sollte das mal als Ausklang anschauen. Für mich hat da wirklcih fast jeder Videoausschnitt eine Erinnerungsflut ausgelöst. Und ich weiß, dass es Ruven genauso ging! Einfach zu geil 😀 Ein anderes Lied, was ich jetzt endlich mal bekommen habe, ist „Move Back (Muje Baya)“, was echt in europäischen Clubs gespielt werden könnte! Jetzt wie ich so darüber schreibe, musste ich es sofort an machen, weil es mir das Schreiben extrem erleichtert! 😀 Tja, aber das war es auch schon wieder mit dem Sonntag und eine neue Woche fing an. Es war ein normaler Montag. Erst Englisch, dann nach Hause, um zu waschen und dann habe ich mich nochmal mit dem Headmaster unterhalten, weil das Thema Zweites Lehrjahr immer noch nicht abgeschlossen war. Dann machte das dritte Lehrjahr in meiner Deutschstunde ein bisschen Stress und es dauerte eine Weile, bis wir normal beginnen konnten, weil Wisdom dachte, dass er zu cool4school wäre. Aber ich hab ihn erstaunlicherweise zurechtgestutz und er hat auf mich gehört und auch gut mitgearbeitet. Ich war von mir selbst beeindruckt, aber ich hatte sicherlich einfach nur einen guten Tag von Wisdom erwischt. Naja, an diesem Tag wollte ich nach der Schule direkt ins Internet, aber ich war wieder mal total tot nach der Schule und chillte einfach bei Ruven, bis mich Andreas dazu überredete mit ins Internet zu kommen, wo ich dann ein bisschen skypte und dann Andrew besuchen ging. Ich verpasste eine von Andrews Schnecken nur ganz knapp. Schade, ich hätte gerne mal gewusst, was bei ihm bedeutet: „She dey beautiful-oo!“, denn er hatte mir ja auch mal verraten, dass er es total anziehend findet, wenn die Frauen einen kleinen Bart haben (wie es hier öfters vorkommt…). Tja, dann musste ich das Mädchen anrufen und sie bitten, dass sie doch bitte wieder vorbeikommen soll, sodass ich sie sehen kann (und Andrew ein bisschen Sex bekommt, aber das hat er dann angesprochen lol). Als ich bei ihm war, gab es total leckeres Essen: gestampfte Yam. Das hatte ich noch nie gegessen, ist aber auch eine Fufusorte und schmeckt ein bisschen besser, als das was ich immer esse. Allerdings ist es auch richtig teuer, weil Yam alles andere als preiswert ist. Ich glaube für Yam für 4 Leute bezahlt man schon so 1 bis 2 Euro! Das muss man sich mal vorstellen! Soviel kostet normalerweise das ganze Essen… Nachdem ich richtig voll war, torkelte ich nach Hause und spielte noch ein wenig Karten, um dann seelig zu schlafen. Der nächste Tag sollte mal wieder ein Highlight werden! Aber in erster Linie sind Dienstage ja immer anstrengend ohne Ende und ich zog voll durch. Erst Englischunterricht, dann das Twi des Vortags nachgeholt, was einige Zeit in Anspruch nahm und ich wurde auch nicht annähernd fertig. Ich bereitete dann noch ein wenig Unterricht vor und ging dann nach Hause, um meinen Woma (Stampfer) abzuholen und von Olliver kürzen lassen, weil das Ende schon so sehr ausgefranst war, dass man die ganze Zeit das Holz aus dem Fufu ziehen musste, was sehr nervte! Danach unterrichtete ich Deutsch und Englisch, was beides mehr oder weniger problemlos verlief. Dann wurde ich von Josh angerufen, dass ich doch zum Wesley Girls College kommen sollte, weil dort geile Volleyballaction abgehen sollte, aber nachdem ich zu Hause war, bin ich einfach nur eingeschlafen. Aber mich haben dann die ganze Zeit leute angerufen, sodass ich nicht wirklich dazu kam. Dann war ich von dem ganzen angerufen werden so angepisst, dass ich aufstand und duschen ging, um zur Schule zu gehen und mit den anderen zusammen auf Eric zu warten, weil wir an diesem Abend weggehen wollten und uns Eric den Weg weisen wollte. Er kam auch nur 30 Minuten zu spät und brachte seine Freundin mit. Wir nahmen ein Trotro nach Kejetia, und dann ein Taxi zum Sweet Pub. Aber da war so gut, wie nichts los. Sie übertrugen ein Fußballspiel, aber die Leute hatten da nicht mal ordentliches Bier. Es war total verrückt! Wir unterhielten uns ganz lustig und probierten auch mal ein bisschen Akpeteshie. Und dann gegen 21:30 wurde die Bar geschlossen und wir wurden mehr oder weniger rausgeworfen. Also nahmen wir ein Taxi und ließen uns nach Ohwimase fahren, weil wir noch ein bisschen laufen wollten. Aber anstatt zu laufen, gaben wir dem Taxifahrer noch einen Cedi, sodass er Eric und seine Freundin nach Hause brachte und wir noch in eine andere Bar gehen konnten. Und zwar gingen wir in eine Bar, in der wir mal vor Ewigkeiten mit Milicent waren, als wir noch nicht wussten, dass sie schwanger ist, aber sie zu einem Bier überredeten. Damals sagte sie, dass sie sich im Bezug aufg Alkohol bessern wollte, weil sie zuvor immer viel zu viel getrunken hatte, aber jetzt wissen wir, dass sie ihrem Baby einfach nicht schaden wollte. Zurecht! Naja, der Barmann erinnerte sich noch an Ruven und mich und so plauderten wir noch eine Runde und aßen und tranken noch ein bisschen. An diesem Tag hatten Ruven und ich uns auch gedacht, dass wir uns den Abend nicht von irgendwas zerstören lassen und es hat super geklappt. Aber ich hatte dann doch etwas mehr getrunken als normal. Normalerweise sind mir schon 2 Bier zu viel, aber diesmal war ich dann irgendwie bei 4,5 plus Akpeteshie. Ich war also ziemlich gut unterwegs und hatte eine super Zeit! Ich legte mich dann auch erstmal eine Runde irgendwo hin, während die anderen bezahlten. Da Ruven eine Wette verloren hatte, musste er mir den Abend ausgeben. Jedoch kümmerte ich mich um die Würste und kümmerte mich auch ein bisschen um die Kosten von Eric und seiner Freundin. Der Weg zurück war dann einfach nur überragend! Es wurden viele Bilder geschossen und einige Videos gemacht und die meisten waren ziemlich lustig. Für die anderen, aber ich kann auch drüber lachen! 😀 Als wir dann gegen 1:30 Uhr zu Hause waren, fiel ich sofort in einen tiefen Schlaf und wachte erst spät am nächsten Tag auf, weil dieser Mittwoch African Unity Day war und wir nicht zur Schule mussten. So war ich dann auch erst gegen 9:30 bei den anderen und traf einen ziemlich angepissten Andreas an, der den Morgen mit Hangover gewaschen hatte und deswegen dafür auch besonders viel Kraft aufbringen musste. Als er fertig war, kam dann irgendwann mal ein Schüler auf die Idee, das ganze gemähte Grass neben der Wäscheleine anzuzünden. Da der Rauch in Richtung der Sachen zog, waren Andreas‘ Sachen wiede schon stinkig. Natürlich brachte er den Haufen daraufhin hoch zu den Schülern und ließ sie waschen. Aber das änderte nichts daran, dass er am Morgen sinnloserweise gewaschen hatte. Er hätte es auch gleich den Schülern geben können! Dann irgendwann kam Eric vorbei und wir spielten ein bisschen Pro Evo, aber da ich ja noch das Zeugs für Bertino abtippen musste, hatte ich für den Rest des Tages zu tun. Da die anderen nicht so bescheuert waren und sich Arbeit von faulen Leuten geben lassen haben, war ich ziemlich neidisch auf sie, aber ich konnte nichts mehr dran ändern. Als ich endlich fertig war, bereitete ich noch ein bisschen Schule vor und dann machten wir Konotmirestew mit Reis. Das war ganz lecker und ein gutes Hangoveressen! 😀 Irgendwie ging das Hangover am nächsten Tag noch weiter und ich war immer noch total müde, musste aber trotzdem den Unterricht durchziehen. Hab sogar aus Übermut noch einen großen Test für die nächste Stunde angekündigt und mit Ruven zusammen das Glas, das in meinem Zimmer lag zur Schule gebracht, um es schneiden zu lassen (weil ich ein Trottel bin, sind mir 2 der 8 Scheiben zerbrochen) und dann war ich bereit für die Radioeinheit, bei der ich diesmal aber nichts sagte, weil ich (wie immer) total müde war. Und dann war wieder Freitag und ein entspannter Tag angesagt. Zumindest bis hin zum Mittag. Danach ging ich mit Old Soldia und Kaabi, den beiden ältesten Schülern an der Schule (28 und 34) zu mir nach Hause, sodass die beiden mir den Stampfer ganz machen konnten. Soll heißen: Old Soldia schlug den in Wasser eingeweichten Holzstab für etwa 30 Minuten mit einer bestimmten Technik auf einen Stein, bis er gut zum Fufu stampfen war. Ich wollte den beiden eigentlich irgendwas als Dank anbieten, aber beide lehnten ab. Aber irgendwie werde ich es den beiden zurückzahlen können! Tja, weil wir wieder einen Woma hatten, gab es an diesem Abend auch endlich mal wieder Fufu und ich kam endlich mal wieder zum Stampfen. Aber bevor ich das tat, räumte ich mit Ruven und den Schülern zusammen erstmal den Storeroom aus, sodass dieser in Zukunft vielleicht mal als Klassenzimmer verwendet werden kann. Das war auch ziemlich anstrengend, da wir viele große, sperrige Sachen von A nach B tragen mussten, aber danach fühlten wir uns echt erlöst, denn diese Arbeit schoben wir schon Monate vor uns her und endlich hatten wir es geschafft! Spät am Abend wollten wir dann den Film „Wüstenblume“ schauen, aber da der so schlecht war im Vergleich zum Buch, ging ich nach 15 Minuten nach Hause und schlief fast sofort ein. Der Samstag war dann wieder richtig geil. Ich hab total hart entspannt, bin irgendwann mal zum Essen gegangen, hab dann ein wenig gewaschen, während Ruven und Andreas nach Kejetia gefahren sind, um Zutaten für Bratkartoffeln mit Salat zu holen. Da ich aber Gifty noch beim Kochen helfen sollte, kam ich nicht dazu den anderen zu helfen, aber gegessen hab ich dafür. Ruven hat mich richtigerweise als Schwarzes Loch der Mahlzeiten genannt, weil ich oft erst bei den Leuten esse und dann bei Gifty und manchmal auch noch bei Andrew. Deswegen ist es eigenltich auch kein Wunder, dass ich immer mehr zunehme, aber da ich einfach viel zu gerne esse, ist mir das irgendwie egal 😀 Nach diesem leckeren Essen, gingen wir dann ins Dorf, um das Spiel Barca gegen ManU zu sehen. Das war ein bisschen cool, weil wir eigentlich zu einer Bar gehen wollten, aber ein Bekannter von uns, zum gemeinsamen Fußballabend einlud und wir uns ins Wohnzimmer von irgendwem setzen und Fußball genossen. Genossen ist das richtige Wort, denn was Barca da trieb, war schon ziemlich unglaublich! Und dann kam der 29.5.. An diesem Tag sollten dann endlich Appew und Lucy heiraten und an diesem Tag habe ich auch angefangen diesen Blog zu schreiben. Aber es begann alles ganz entspannt, mit einer Runde Waschen. Das fällt mir in letzter Zeit auch immer weniger schwer, weil ich immer nachlässiger werde, was aber meistens ausreicht, weil man sowieso meistens nur noch den Schweiß rauswaschen muss, weil der Dreck durch das Einweichen verschwindet. Tja, dann machte ich mich fertig und ging zu den anderen, um zur Kirche zu laufen. Aber wir brauchten alle ein wenig länger und wir kamen dann letztenlich er gegen 11:30 Uhr los, obwohl wir 11 Uhr da sein wollten. Aber das lag auch ein Stück weit an George, der mit uns kommen wollte, aber noch ein bisschen brauchte. Er überredete uns dann auch für den kurzen Weg ein Taxi zu nehmen. Schade eigentlich, denn wir kamen immer noch viel zu früh zu der Hochzeit. Also mussten wir uns noch Gottesdienst anhören. Aber naja, diesmal war in dem ganzen irgendwie noch mehr Leben drin und da man so viele Leute kannte, war es irgendwie cool. Wir sollten dann auch ganz viele Bilder machen und tanzen und blablabla. Es war gaz witzig. Zwischendurch lief uns dann auch noch die Tochter von Jeff zu und belagerte erst Ruven und dann mich. Als wir sie dann zurückgeben wollten, wehrte sie sich total und wäre mir fast runtergefallen. Diese Tochter von Jeff weiß echt, was sie will und dabei ist sie sicherlich noch keine 4 Jahre alt. Naja, irgendwann war sie dann wieder bei mir und ich durfte sie halten, bis die Frau von Jeff nach Hause musste. Und diese Tochter ist schwer! Das mag man kaum glauben, aber ich hatte am nächsten Tag noch ordentlich Muskelkater! Tja, nachdem noch mehr Fotos geschossen wurden, ging es dann in die Recreational Party über, wo man Getränke, Wasser und ein bisschen zu Essen bekam. Außerdem wurde auch wieder Geld für das Paar gesammelt. Auf bekannte Art und Weise: „Will irgendwer 50 Cedi spenden? Der komme bitte vor! (und zeige uns wie toll er ist) Keiner? Ihr seid aber schlechte Leute, oh… das ist ja einer, ja, Gott liebt dich dafür! BLABLABLA.“ Dieses ganze Tamtam war mir dann irgendwie zu viel und irgendwie machte mich das ganze Glücklichsein der Leute unglücklich, weil ich endlich wieder bei Josi sein wollte. Irgendwie konnte ich mich da gar nicht mehr aus der Depriphase rausziehen und saß dann einfach nur noch so da. Ich war dann auch happy, als alles vorbei war und wir endlich nach Hause gehen konnten. Gehen trifft es ganz gut, denn das taten wir und es machte viel mehr Spaß als Fahren! Weil ich dann immer noch keinen Bock auf Leute hatte, setze ich mich auf ne Bank im Garten und hörte Musik bis Hannah mit Serwaa vorbei kam. Dann unterhielten wir uns ein bisschen und ich spielte noch ein wenig mit Serwaa, aber da sowohl Serwaa und Hannah müde waren, gingen sie bald wieder. Danach hatte ich mich auch wieder ein wenig gefangen und ich ging zum Essen und dann schlafen. Dann begann die fünfte Schulwoche und damit eine Woche Stress, weil ich eine Woche lang Aufsicht hatte, bzw. habe, denn heute ist erst Mittwoch. Schon der Montag war nicht easy für mich. Eigentlich wollte ich sehr früh aufstehen, blieb dann aber doch beim normalen 5:40 Uhr. Machte mich bereit und ging zur Schule, um den Leuten beim Lernen zuzuschauen. Doch die machten, was sie wollten. Sie liefen überall rum und lernten nicht, obwohl es Morning Prep Zeit war. Naja, ich machte ein bisschen Stress und holte Leute aus dem Bett. Da passierte dann etwas ganz witziges. Ich traf zwei Schüler in einem Zimmer an und fragte sie, warum sie nicht im Klassenzimmer waren. Daraufhin sagte der eine, dass der, der die Glocke läuten sollte, seiner Pflicht nicht nachgekommen sei. Dann schaute ihn der andere Schüler und sagte: Alter, ich HAB die Glocke geläutet und bin seit dieser Zeit auch schon auf den Beinen! Danach musste ich einfach nur schmunzeln und habe sie gebeten am nächsten Tag doch bitte pünktlicher zu sein. Dann bin ich essen gegangen, um direkt danach eine halbwegs entspannte Stunde mit meinem zweiten Lehrjahr zu haben. Wir besprachen einige Themen aus dem Buch und das lief auch halbwegs gut. Dann bereitete ich ein bisschen vor, und holte die verpassten Twi Einheiten nach. Danach ging ich dann Deutsch unterrichten, aber das war dann gar nicht mehr entspannt, denn Wisdom dachte, dass er was Besseres sei und sagte, dass Deutsch unnötig sei und ging aus meinem Unterricht. Ich bat ihn mehrere Male zurück zu kommen, aber er hörte kein bisschen auf mich. Dann bat ich ihn aus lauter Wut, zum Headmaster zu gehen und sich von ihm bestrafen zu lassen. Das war das erste Mal, dass ich wirklich wollte, dass einer meiner Schüler hart bestraft wird, egal auf welche Art und Weise. Tja, aber auch darauf hörte er nicht und so ging ich am nächsten Tag zum Headmaster und fragte ihn, was ich machen sollte. Aber ich hatte dann selbst die Idee, dass der gute Wisdom doch mal das Fußballfeld mähen sollte. Aber da die hier keinen Rasenmäher haben, ist das kein großer Spaß, sondern geht ziemlich auf den Rücken und die Arme, weil die Machete auch irgendwann schwer wird. Später hab ich auch eine gute Bestrafung vom Headmaster gehört: Hinknien, Arme austrecken, Bücher in beide Hände… dann mit dem Schüler reden, warum er so respektlos ist… wenn er die Arme auch nur anäherungsweise runternimmt, dann gibt’s einen kleinen Schlag mit dem Rohrstock gegen die Hände. Als der Headmaster das bei einem unserer Schüler gemacht hatte, hatte dieser sogar zu weinen begonnen, weil es einfach zu viel Belastung war. Willkommen im letzten Jahrhundert, aber es war wirkungsvoll. Besagter Schüler war bis heute nicht wieder respektlos. Tja, bis heute hab ich Wisdom auch nicht mehr wieder gesehen, aber irgendwie will ich ihm noch zeigen, dass man so mit mir nicht umgeht. Auch wenn meine Zeit hier bald vorbei ist! Nach dem Unterricht wollte ich eigentlich im Staffroom chillen, aber dann wurde ich zur Pflicht ermahnt und ich bin zur Assembly Hall gegangen, um den Schülern beim Essen zuzuschauen. Tja, dann war ich wieder müde, aber ich ging trotzdem noch mit Andreas zur Uni, um zu browsen. Da aber die Verbindung schwach war und niemand von Bedeutung online war, wartete ich auf Andreas und ging dann wieder mit ihm nach Hause. Der Dienstag war dann die absolute Hölle! Ich bin früh aufgestanden, hab Schüler überwacht, aber schon da eigentlich keine Kraft und Lust mehr, groß Punishments zu verteilen, obwohl das meine Pflicht gewesen wäre. Dann habe ich gegessen und hatte endlich meinen angekündigten Class Test. Der war ziemlich durcheinander und ich erwischte 3 Schüler beim Spicken. Außerdem kamen einige zu spät und überhaupt war es alles nicht so einfach. Ich war dann auch dementsprechend ko, als ich aus der Klasse rausging. Ich korrigierte die Tests und sah, dass es echt viele gab, die den Spaß nicht ernst genommen haben, tja nicht meine Schuld. Ich hatte es angekündigt und einfachste Aufgaben drangenommen. Mit Ausnahme von vielleicht einer Aufgabe, die aber nur 4 Punkte von 40 eingebracht hat. Naja, auf jeden Fall waren dann einige Schüler ziemlich ungehalten, aber da konnte ich nichts machen. Nach einem kleinen Rundgang, ging ich ins Lehrerzimmer, um dort eine Stunde zu schlafen. Als ich ins Lehrerzimmer kam, war der, der eigentlich auch Aufsicht hatte (Oti Patrick), am Tanzen. Das fand ich schonmal nicht so toll. Aber an diesem Tag sagte ich mal noch nichts, um ihn merken zu lassen, dass er Aufgaben hat. Ich hab sogar rausgefunden, dass er an diesem Tag einfach nur in jede Klasse was zum Abschreiben gegeben hatte. Sich also wirklich gar keine Arbeit machte. Nach dem Schlafen war aber wieder Unterricht dran und ich schleppte mich zur Deutschstunde, wo die Schüler von Oti was abschrieben, obwohl ich da eigentlich schon etwas an die Tafel schreiben wollte. Aber ich machte mir keinen Stress, weil ich dafür keine Kraft hatte. Dann kamen meine Schüler irgendwann, nachdem ich sie erst aufsammeln musste und ich unterrichtete sie ein wenig in Deutscher Sprache, aber da sie sich gar nicht an das angekündigte Diktat erinnerten, zog ich das nicht durch, sondern ließ sie einfach nur auf Zensur lesen. Dann hatte ich Essensaufsicht und bat Ruven etwas von dem Wokye für mich aufzuheben. Dann schloss sich direkt eine Englischstunde an und ich probierte mal was neues mit den Schülern. Nämlich ein Textpuzzle. Denn Sadat hatte am Vortag gefragt, warum wir das nicht machten, aber ich dachte mir schon, dass es zu schwer für die Leute werden würde. Tja, von 14 Leuten verstanden 2 was ich wollte und diese beiden erledigten dann auch die Arbeit für die ganze Klasse, indem sie die Puzzleteile zusammensetzten. Der Text bestand aus 8 Teilen und das Erklären, Lesen und Zusammensetzen brauchte ernsthaft die vollen 80 Minuten. Zwischendurch wurde es ein wenig unruhig, aber alles in allem, lief es annehmbar. Das sie das ganze überhaupt hinbekommen würden, hätte ich nie erwartet! Ich war also schon ein wenig glücklich. Aber auch total fertig. Als ich dann in unseren Raum ging, wartete dort mein Essen auf mich, aber Ruven erzählte mir, dass Anita wieder Stress gemacht hätte, wenn er nicht Lizzy gefragt hätte, ob etwas für mich aufgehoben werden könnte. Denn Anita meinte irgendwas, wie wenn er nicht herkommt, hat er Pech, wenn er nichts zu Essen bekommt. Da hätte ich fast an die Decke gehen können, denn das ist wieder typisch Anita der Küchendrache, der erst redet und nicht nachdenkt. Hauptsache ich hab schulisch was tun und bekomme, weil ich die Schüler nicht alleine im Klassenzimmer sitzen lasse, nichts zu essen. Bescheuert! Naja, danach ging ich zu Andrew und das Essen, das es dort gab, zusammen mit dem Wokye, machte mir solche Bauchschmerzen, dass ich kaum mehr laufen konnte. Ich hatte echt das Gefühl, dass mir mein Bauch aufplatzt. Das hatte noch nicht so oft. Aber dann ging es auch irgendwann wieder. Nachdem ich an der Uni war, ging ich nach Hause, traf dort mal wieder Yaa Serwaa, eine Cousine von Kwakye und fand heraus, dass ich sie vermutlich zum letzten Mal sehen werde, weil sie nach Koforidua fahren würde, während sie Ferien hatte. Man merkt, dass es langsam auf das Ende zugeht :S Und heute ist Mittwoch, der 1.6. – der Internationale Tag des Ostdeutschen Kindes, denn wie ich rausbekommen habe, kennen meine beiden westdeutschen Kollegen diesen Kindertag gar nicht. Aber sonst habe ich an dem heutigen Tag auch nichts accomplished. Nagut, ich habe meinen Blog beendet, was schon nicht schlecht ist 😀 Also, bis zum nächsten Mal… Nein, doch nicht, ich hab noch einen kleinen 3-Tage-Nachtrag, denn heute ist Samstag und da habe ich mir gedacht, dass ich doch endlich mal wieder ins Internet gehen könnte, um Zeugs upzudaten. Also ich fahre mal fort, wo ich aufgehört habe. Mittwoch… da gibt es eigentlich nichts weiter zu sagen… dafür war der Donnerstag irgendwie interessanter, denn seit Ewigkeiten sind wir mal wieder nach Ohwimase gefahren, um dort ein bisschen Eisen zu bewegen, aber mit meinem Schwabbelkörper hab ich natürlich nichts auf die Reihe bekommen. Naja, wir haben vielleicht 30 Minuten was gemacht, aber mit lächerlichen Gewichten, doch da muss ich wohl mal durch… Auf jeden Fall hat es ziemlich viel Spaß gemacht und wenn mal wieder Zeit ist, werden wir da mal wieder hinfahren. Dann kamen wir zurück und ich kümmerte mich um die Frühstücksaufsicht, danach wurde ich dann von einem Lehrer angerufen, der mir noch am Vortag angeboten hat, dass er eine von meinen Stunden nimmt und ich mich zurücklehne, weil er ein Video drehen musste. Da ich eigentlich schon relativ viel geschafft hatte, dachte ich mir, dass ich auf so eine Stunde verzichten konnte. Tja, kurz nachdem die Stunde angefangen hatte, wurde mir dann von Bertino, dem Lehrer vom Vortag gesagt, dass der Videomacher nicht da sei und ich deswegen meine Stunde zurückkriege. Das war dann ziemlich lustig, weil ich mich absolut auf nichts vorbereitet hatte und eigentlich gerade auf dem Weg zum Staffroom war, um mir was auszudenken. Das war dann ziemlich doof, weswegen ich in die Klasse reinging, um denen das Problem zu erklären und bat sie leise zu sein. Tja, dann hab ich also ein bisschen Unterricht vorbereitet und mit Ruven noch ein paar Rezepte geschrieben. Als es dann Zeit wurde für meine Stunde, wurde mir von den Lehrern, die meine erste Stunde geklaut hatten, dass sie 15 Minuten brauchten. Das fand ich nicht so cool, aber es ist nun mal Teil deren Abschlussarbeit und die hatten halt nur diese eine Stunde richtig vorbereitet, also mussten sie das an diesem Tag machen. Sie brauchten eine Stunde und 15 Minuten. Die verbleibenden 15 Minuten hätten sie sich echt sonstwo hinschieben können. Naja, aber heute ist es nicht mehr zu ändern. Danach wollte ich eigentlich ein paar Leute den Fußballpark mähen lassen, weil sie nicht zur Morning Prep erschienen sind, aber es ist natürlich keiner gekommen und ich hatte dann auch einfach keinen Bock mehr mich wegen sowas heiß zu machen. Bestrafungen liegen mir einfach nicht, wie den Ghanaern. Ich meine es ist leicht zu sagen, dass sie die Konsequenzen zu spüren bekommen, aber sie diese dann wirklich spüren zu lassen, ist gar nicht leicht! Tja, dann bin ich also nach Hause gegangen und hab eine halbe Stunde geschlafen, um dann total müde zum Radio zu laufen und dort gesagt zu bekommen, dass es ausfällt. Aber es störte mich gar nicht so sehr, denn ich war einfach nur glücklich, dass ich wieder in mein Bett durfte. Später hab ich dann auch endlich mal meine Fensterscheiben eingesetzt und jetzt ist mein Raum absolut wasserdicht, wenn es regnet. Naja, eigentlich nicht, aber zumindest mehr als vorher 😀 Am Freitag hab ich dann für mich selbst festgestellt, dass ich echt nicht geboren bin, um nach ghanaischem Standard zu erziehen, denn dieses Bestrafen wollen, zehrt mehr an mir, als an den Schülern. Also werde ich mich um sowas jetzt gar nicht mehr kümmern, sondern einfach nur noch meinen Unterricht durchziehen und wenn die Leute da sind, dann sind sie halt da und wenn sie denken besser zu sein, als alles um sie herum, dann lasse ich sie in ihrem Glauben. Muss ja schließlich auch ein nettes Gefühl sein, wenn man so denkt! Der Grund warum ich das schreibe ist wieder mal Wisdom. Denn er hatte mich ja am Montag schon auf die Palme gebracht und am Donnerstag hatte ich ihn mal wieder getroffen und ihn gebeten zu beim Mähen zu helfen, was er natürlich, wie jeder andere, nicht gemacht hat. Nun ja, am Freitag hab dann eine Weile zugesehen, wie er Stephen Bene eine Weile traktiert hat und als ich ihm sagte, dass er es unterlassen sollte, meinte er, dass ich mich darum doch nicht kümmern müsste, weil es „none of my business“ sei. Das hat dann irgendwie einen Schalter in mir umgelegt und ich hab viele dumme Dinge gesagt, die ich jetzt bereue. Tja, danach war ich jedenfalls auf 180 und da hab ich mir gedacht, für wen spielst du dich hier eigentlich so auf? Es gibt keinen Grund! Also scheiß drauf… Lass sie doch machen, wenn es ihnen hilft. Durch all das überwachen und anmeckern müssen, hatte ich dann totale Kopfschmerzen und hatte absolut keinen Bock mehr auf gar nichts. Also legte ich mich zu Hause hin und schlief, während die anderen sich das Spiel von Ghana und Congo live im Kumasistadion anschauten. Jetzt bereue ich es ein wenig, aber gestern war es mir so dermaßen egal. Aber die Tore, die zum 3:1 führten, sah ich dann trotzdem im Fernsehen. Besonders wieder ein typisches Kingson-Tor. Kingson rannte nämlich nach draußen und ließ den verduzten Congolesen einfach ein Tor schießen. Nagut, da war auch sicherlich ein bisschen Pech von Kingson dabei, aber dennoch sah es wirklich lächerlich aus! 😀 Und damit ist mein Blog nun wirklich am Ende! Byebye 😀

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