#13

So, da bin ich wieder mal. Es hat lange gedauert, aber da ich einige technische Probleme hatte, konnte ich diese Art der Verzögerung nicht verhindern. Was ist also passiert, könnte sich ein interessierter Leser fragen… Ich möchte es gerne erklären: die Tastatur meines Laptops hörte vor etwa 2 Wochen auf zu funktionieren, bzw. einige Tasten gaben einfach so ihren Geist auf. Also gab ich meinen Laptop zu einem guten Freund, der da Daniel heißt. Ich weiß nicht, ob ich ihn schon mal erwähnt habe, wenn nicht werdet ihr ihn im Verlaufe dieses Blogs näher kennen lernen. Tja, nachdem er den Laptop hatte, wollte ich mal wieder Blog schreiben, aber ich hatte meine Aufzeichnungen auf meinem Laptop und ohne diese habe ich keine Ahnung mehr von den vergangenen Wochen. Tja, dann rief mich Daniel zwei Tage später an und fragte: „Yo Charlay (das entspricht dem „Alter“ aus Deutschland), wie viel ist eigentlich so ein Laptop, wie deiner wert?“ Darauf antwortete ich: „Etwa 8 Millionen (alte Ghanawährung).“ „Oh, so viel…? Charlay, wir müssen mal was besprechen, aber lieber nicht am Telefon…“ So als ich das gehört habe, dachte ich mir schon das Schlimmste. Das klang so, als ob er was probiert hätte und der PC jetzt gar nicht mehr geht. 2 Wochen musste ich alle möglichen Ängste durchstehen und hoffte, dass alle meine Daten noch da sein würden. Und das sind sie ja zum Glück auch. Das war das erste Mal, dass ich meinen Laptop umarmt habe… 😀 Tja, es wäre aber auch echt doof gewesen! Aber natürlich war mein Laptop nicht das einzige Thema des letzten Monats.
Wenn ich jetzt aber so über meine Aufzeichnungen fliege, merke ich, dass eigentlich gar nicht so viel passiert ist. Das heißt, dass ich schon gut zu tun hatte, aber es ist wenig passiert, was wirklich erzählenswert ist. Doch ich fange einfach mal an.
Am 8.3., ein Dienstag, habe ich meinen letzten Blog beendet. Aber in dieser Woche ist bis hin zum Freitag nichts besonderes los gewesen. Am Mittwoch wusch ich wie immer, ging wie immer zu Andrew und anschließend ging ich, wie gewohnt ins Internet. Auch der Donnerstag war normal. Aber am Freitag war der letzte Tag von Maria. Naja, zumindest von ihrer regulären Zeit in Kumasi. Am Samstag wollte sie nach Accra fahren, um dort für ihre Diss Nachforschung zu betreiben. Also besuchten wir unsere Lieblingsbar und gönnten uns den einen oder anderen Drink. Auch ein ghanaischer Schnaps war dabei, aber den kann ich ganz und gar nicht weiter empfehlen! Naja… Wir haben viel geredet und gelacht. Ich habe noch einmal in dramatischen Gesten die neuesten Geschehnisse der Fernsehserie „Curse by the Sea“ „Fluch des Meeres“ dargestellt, so wie ich es immer für Maria getan habe, weil sie diese Sendung nicht sehen konnte und ich sie durch Gifty immer sehen muss… 😀
Naja, der nächste Tag war dann relativ träge… Am Morgen sollte ich einige Soßen und Eintöpfe erwärmen und versäumte es anscheinend bei einer Soße das Feuer anzustellen, wodurch diese dann am Abend vergammelt war. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt, aber Gifty konnte den Spaß noch retten. Ich verpennte dann auch noch den restlichen Tag und bereitete mich dadurch seelisch und moralisch auf den nächsten Tag vor, da ich versprochen hatte mal wieder mit zur Kirche zu kommen. Es war anstrengend ohne Ende! Der Gottesdienst dauerte einfach mal bis nach 14 Uhr. Das heißt, mehr als 5 unglaubliche Stunden… Danach war ich natürlich komplett am Boden und ruhte mich für den restlichen Tag aus um am Abend Karten spielen zu gehen. Das war so etwa die Zeit in der wir begannen Ruven und Andreas das Skat spielen beizubringen. Aber man merkt, dass die Skatregeln echt nicht einfach zu kapieren sind. Aber jetzt nach etwa einem Monat muss man sagen, dass sich Andreas und Ruven langsam an das Spiel gewöhnen und Ruven hat sogar schon mal geäußert, dass ihm das Spiel langsam sogar auch Spaß macht. 😀
Und dann ging es wieder los… Eine weitere sticknormale Schulwoche. Glaubte ich! Doch falsch geglaubt… Am Montag wurde den Schülern gesagt, dass sie erst wiederkommen sollten, wenn sie ihr Geld bezahlt haben. Da einige von den Schülern etwa 500 Euro schulden, was hier schon echt richtig viel Geld ist, war die Schule danach auch erstmal für lange Zeit ziemlich leer! Da ich mich während dieser Zeit aber in einem Motivationsloch befand, kam mir das äußerst gelegen, da ich in einer Klasse mit einem Schüler nicht zu unterrichten brauchte. Ich fragte ihn einfach, ob er über irgendetwas reden wollte, oder etwas wissen wollte. So redeten wir für 20 Minuten und dann überließ ich ihm seinem Schicksal. So war ich also schön entspannt und kam nach Hause. Da erwartete mich dann Gifty mit einer besonderen kleinen Aufgabe. Ich sollte ein bisschen für sie abtippen. So etwa 40 Seiten eines gedruckten Buches. Mit Bildern. Das fand ich natürlich sehr lustig und ich setzte mich sofort daran es zu beenden. Ich schaffte es auch noch am selben Abend zu später Stunde, weil mir Gifty sagte, dass sie es am Mittwoch brauche. Ich kann nur immer wieder feststellen, dass Ghanaer echt keine Vorstellung davon haben, was sie einem an Extraarbeit aufhalsen. Aber da ich es für Gifty tat, ging das schon klar. Was lustig ist, ist, dass mich Gifty ihre Abschlussarbeit abschreiben ließ. Bloß war diese Arbeit nicht ihre, sondern die eines anderen aus einer Universität aus Cape Coast. Übrigens habe ich den Spaß abgetippt, als die ganze Geschichte mit zu Guttenberg rauskam…
Tja, was soll’s… Giftys Entschuldigung ist, dass sie schwanger ist und gerade sowieso keine Kraft hat irgendwas zu schaffen. Ein Stück weit kann ich sie auch verstehen, wenn diese ganze Tat nicht so grundverwerflich wäre… 😀
Naja, am nächsten Tag arbeitete ich dann noch ein bisschen am Layout des ganzen Projekts und erfuhr den Genuss eines frisch gepressten Orangensaft. Ein Liter für 50 Cent. Das ist doch mal ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!
Den 16.3. dann begann ich wie gewöhnlich für Mittwoch, mit Waschen und einem anschließenden Gang zu Andrew. Aber diesmal war es dort anders! Denn diesmal warteten dort auch noch seine Kumpels auf ihn. Und das waren allesamt Gangstas. Also ging es die ganze Zeit nur um Frauen, Rap und Geld. Einer von denen konnte sogar ganz gut Rappen, aber die anderen hatten nur irgendwelche schwachen Pop-Texte drauf zusammen mit einer schlechten Melodie. Das Gerede über Frauen hätte jede Emanze an die Decke gebracht! Jeder von den 4 Kollegen hatte mindestens 2 Freundinnen an verschiedenen Orten. Und wir reden hier nur von Kumasi… Wenn die nach Accra gehen, sind da natürlich auch noch ein paar… lol! Das Krasseste war dann, als mir Andrew von seinem Montag erzählte, denn da wollte ihn einer seiner Freundinnen besuchen kommen, aber eine andere kam unvorbereitet vorbei. Er blieb also in seinem Zimmer, tat so als ob er nicht da wäre, rief seinen Kollegen an, der sich dann um dieses Mädchen kümmerte. Und so konnte sich Andrew in aller Ruhe um seine andere Freundin kümmern. Und zwar so wie sich das für einen ghanaischen Macho gehört. Er erklärte mir auch noch warum die Mädchen sich so gerne von ihm verwöhnen lassen und ging dann auf einige seiner Qualitäten ein. Das war auch witzig. Tja, das erinnert mich auch sofort wieder an eine Unterhaltung, die ich mit Gifty hatte. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie wir auf das Thema gekommen sind, aber ich hätte nie gedacht, dass man mit Ghanaerinnen über sowas so einfach reden kann. Das Thema war Penislängen von afrikanischen Männern. Ich sagte etwas, wie: „In Europa gibt es das Klischee, dass schwarze Männer sehr gut bestückt sind“. Heftig zustimmend nickend antwortete sie daraufhin: „Oh jaaaaa!“ Im Verlaufe der nächsten halben Stunde wurde mir dann einiges witziges offenbart. Zum einen nämlich, dass der Großteil der Afrikaner sicherlich nicht allzu helle sei (das kam von ihr, nicht von mir!), aber wenn sie was können, dann ist es, Frauen zu befriedigen. Jedes europäische Mädchen, dass jemals Afrikanisch kosten würde, würde nie wieder wechseln wollen. Das hat sie ganz besonders in Bezug zu Josi gesagt und mir somit ans Herz gelegt, sie hier drüben lieber nicht unbeaufsichtigt rumlaufen zu lassen hihi
Tja, was noch? Ach ja, das andere finde ich eher interessant als witzig. Mir wurde nämlich ebenfalls offenbart, dass sich hier über Leute lustig gemacht wird, die einen zu großen Penis haben! Sowas habe ich noch nie gehört und ich musste so sehr lachen, als ich es hörte! Tja, Ghana be dat! (Das ist Ghana)
So genug Penis-Gerede! 😀 Dieses Gespräch musste ich aber irgendwie festhalten. Sorry, wenn ich irgendwen damit vergnatzt haben sollte!
Also, weiter im Text. Ich war bei Andrew stehen geblieben. Wie immer gab es auch an diesem Mittwoch etwas feines zu essen. Eba und Peppersoup. Das war richtig geil! Ich weiß nicht warum, aber ich konnte davon einfach nicht genug bekommen und so aß und aß ich bis mir mein Bauch, wie so oft, weh tat.
Danach rollte ich dann in aller Ruhe zur Uni und bereitete mich körperlich und moralisch auf mein Spiel vor, denn die Turnierspiele hatten wieder begonnen. Aber leider verloren wir knapp, weil einfach nichts so richtig lief. Nicht alle unserer Spieler waren da und so war auch nichts richtig abgestimmt. Aber was soll’s. Es war schön mal wieder Volleyball spielen zu können!
Donnerstag danach war durchschnittlich und deswegen nicht weiter erwähnenswert, aber dafür war der Freitag umso interessanter! Wir wollten mal wieder nach Winneba fahren, um wieder den wunderbaren Strand zu erleben. Sabrina und Andreas waren schon am Donnerstag vorgefahren und so verblieben nur Ruven und ich an der Schule. Eigentlich wollten wir früh am Morgen losfahren, aber wie immer kommt in Ghana etwas dazwischen. Wir wussten, dass eine Elternversammlung stattfinden sollte, aber wir wussten nicht, dass wir anwesend zu sein hatten. Tja, wir warteten also bis 10 Uhr, als die Versammlung losgehen sollte und warteten dann noch eine Stunde bis es wirklich losging. Es wurde nur Twi geredet und wir verstanden natürlich nichts. Aber wir ließen uns durch nichts aus der Fassung bringen, da wir genug gute Laune am Abend davor getankt hatten, als wir noch in der Bar waren und uns danach noch zum Quatschen in den neuen Kindergarten setzten. Dennoch wurde es uns dann irgendwann zu bunt und wir fragten, ob wir nicht doch gehen konnten, was dann auch glücklicherweise kein Problem mehr war.
Um 15 Uhr waren wir an der Trotro Station, also nur etwa 8,5 Stunden später, als wir gerne da gewesen wären. Das letzte Trotro nach Winneba war auch schon gefahren, also mussten wir den Umweg über Mankesim nehmen. Aber aus irgendeinem Grund ließen wir uns diesmal wirklich gar nicht aus der Ruhe bringen und gingen alles ganz locker an, wir warteten die eine Stunde scherzend bis das Trotro voll war und dann ging es los. In Mankesim angekommen bot uns unserer Fahrer an, uns direkt zur Winneba Junction zu fahren, von welcher man ganz schnell nach Winneba kommt. Das nahmen wir natürlich dankend an. So kamen wir zwar spät aber wenigstens sicher und entspannt in Winneba an. Wir trafen die anderen am Strand und genossen es auch selbst endlich mal wieder da zu sein! Nur ein riesiges Problem hatte ich noch: ich hatte den heftigsten Hunger, aber keine Fressbuden, um den Hunger zu stillen. Tja, da hieß es dann wohl oder übel Zähne zusammen beißen und bis zum nächsten Morgen warten. Da wir alle müde waren, gingen wir also ins von Isaac auserkorene Guest House, welches erstaunlich preiswert und gut eingerichtet war, und schliefen bis zum nächsten Morgen. Um 7 kannte ich dann kein Halten mehr! Ich musste raus und etwas essbares besorgen. Alles was ich wollte, war ein Rogbun, aber das gab es natürlich nicht. Und auf Brot hatte ich auch keine Lust. Die Hälfte des Weges liefen die anderen noch mit, aber als sie dann Früchte und Brot hatten, waren sie befriedigt, aber es reichte mir einfach nicht. So ging ich noch weiter zum Hafen, um dort auch nur zu merken, dass die Auswahl minimal ist. Aber ich holte mir alten Reis und war glücklich. Der Hafen selbst war eigentlich ganz nett. Relativ klein, aber extrem überlaufen. Ich wurde von allen Seiten angequatscht und hatte das eine oder andere längere Gespräch. Der Rückweg führte dann zum Großteil am Meer entlang und ich freute mich schon tierisch darauf endlich in die Wellen zu springen. Und das nahm dann auch den ganzen Tag ein. Wir spielten dann auch noch ein wenig Frisbee und redeten mit der einen oder anderen Person. Auch trafen wir den Schmarotzer aus der Green Turtle Lodge wieder. Der, der sich immer bei anderen durchgefressen hat. Und an seiner Art hatte sich auch nichts geändert. Er lebte bei Isaac und nahm alles an Essen, was ihm angeboten wurde. Bloß hat Isaac nichts gegen solche Besucher. Naja, was ist noch passiert? Ich hatte mich am Morgen gegen Sonnencreme entschieden, da ich mal richtig braun werden wollte, was sich aber als ziemlicher Schwachsinn herausstellte, denn für die nächsten drei Tage genoss ich dann richtig schöne Schmerzen am ganzen Körper. Und ich habe bemerkt, dass so eine Trotro-Fahrt mit Sonnenbrand nicht soo lustig ist 😀 Naja, ich habe definitiv etwas daraus gelernt!
Nun ja, am Abend des Samstags besorgten wir uns dann leckeres Essen: es gab geilen Tomaten-Fisch-Dip mit Red Fish, der für ghanaische Verhältnisse echt teuer war! 1.5 Euro pro Fisch!!! Aber es hat sich echt richtig gelohnt. Nach dem Essen wurde wieder getrommelt und dann auch relativ schnell nach Hause gegangen, denn wir waren danach einfach nur noch bereit für das Bett. Das Einzige, das nervte, war der Typ von der Green Turtle Lodge, denn er fraß sich ohne zu fragen einfach mit durch. Und er aß als erstes und am Meisten. Auch am nächsten Morgen war er der erste, der die Reste verwertete… Er schaute auch direkt genervt, als wir wieder da waren, weil wir ihm sein Essen streitig machen würden.
Aber das war es auch schon wieder mit Winneba. Auf der Rückfahrt trafen wir dann noch ein paar Neuseeländer. Was ich jetzt auch langsam geil finde, ist, wie die Leute schauen, wenn man ihnen sagt, dass man schon sieben Monate hier ist. Nahezu ehrfürchtig! Hihi
Aber sonst passierte nichts mehr an diesem Tag. Gifty und Kwakye nannten mich zwar noch einige Male Broni kokoo, was so viel, wie roter Europäer bedeutet. (Das sagen aber auch einige Leute hier, weil die meisten Europäer ja ziemlich schnell rote werden unter der afrikanischen Sonne!)
Aber nach diesem überaus entspannten Wochenende ging es zurück zur Schule… Naja, eigentlich noch nicht ganz, denn unser Fußball-Mädchen-Team hatte ein Turnier und wir durften mitkommen und zuschauen. Da wir nur so wenige Schüler haben, fiel für alle Schüler die Schule aus und die meisten Schüler kamen auch vorbei und machten Lärm. Sonst war der ganze Tag eigentlich ähnlich, wie das Sportfest. Mit dem Trotro zum Spielplatz. Dann einfach hinsetzen und das Geschehen beobachten. Unsere Mädchen verloren beide ihrer Spiele und dann ging es wieder nach Hause. Auf dieser Rückfahrt setzte ich mich zusammen mit den Schülern auf die Rückbank des Trotros, die nach der Hälfte der Fahrt den Geist aufgab und nachgab und mein Bein unter sich begrub. Es tat richtig gut weh und die nächsten zwei Tage konnte ich nicht richtig laufen und auch heute noch kann ich mich nicht ohne Schmerzen hinhocken, was ziemlich nervt! Naja, damit war der Tag auch schon wieder vorbei. Die anderen gingen noch zu Daniel, weil Ruven extra für ihn Kenkey aus Winneba besorgt hatte und es deswegen ein Festessen geben sollte.
Da am Montag meine Deutschstunde mit dem vierten Lehrjahr ausfiel, holte ich diese am Mittwoch nach und wir redeten über Zahlen. Es macht immer wieder dieses Thema beizubringen, denn es ist einfach und die Schüler checken es manchmal! So, am Donnerstag kam dann Maria von ihrem Accra/Cape Coast Trip wieder, aber ich sollte sie erst am Freitag sehen, denn am Donnerstag hatte ich noch ein Volleyballspiel, was unsere Mannschaft ganz einfach 2-0 gewann. Kein Problem!
Freitag, der 25.3. war Schnitzeltag, weswegen die anderen am Vortag alle Utensilien besorgt hatten und während meiner Volleyballzeit Schnitzel mit Kartoffelsalat vorbereiteten. Ruven war jedoch ziemlich hart am Absacken, denn er begann erste Zeichen von Malaria zu zeigen, die er dann am nächsten Tag von einem Test diagnostiziert bekam.
Aber zurück zum Wichtigen! Schnitzel. Wir mussten leider mit Geflügel vorlieb nehmen, aber es war definitiv besser, als alles, was ich so in letzter Zeit vorgesetzt bekommen hatte. Wir luden dann auch noch einige Ghanaer ein. Gifty war eine davon. Hier fällt mir ein, dass ich glaube ich noch gar nicht erwähnt habe, dass Gifty schwanger ist. Deswegen weckt sie mich öfters mal mit Würge-Geräuschen. Naja, das Essen fand sie zwar ganz nett, aber es war einfach zu anders. Auch die anderen Ghanaer fanden es ganz nett, aber es war einfach nicht so ganz ihre Welt. Aber wir hatten unseren Spaß!
Naja, am nächsten Tag passierte dann wegen all dem Futter in unseren Bäuchen nicht mehr viel. Naja, Daniel holte meinen Laptop noch ab, aber zu dem Thema habe ich ja am Anfang schon gesprochen.
Hmmm… Dann kam der Sonntag und ich Trottel hatte natürlich mal wieder jemandem versprochen mit in das Haus Gottes zu kommen. Die Glückliche war diesmal Bernice Ama, die neue Küchenhilfe. Doch bevor ich mich mit ihr treffen konnte, verabschiedeten sich Andreas und Maria, weil sie nach Wa, in den Norden fahren wollten. Sie sollten am folgenden Donnerstag wieder kommen.
Aber nun zur Kirche. Ich dachte, dass wir in irgendeine kleine Kirche in der Nähe gehen würden, aber Pustekuchen! Wir brauchten knallhart 100 Minuten, um im richtigen Dorf anzukommen. Denn der Priester in besagtem Dorfe hat Bernice den Küchenjob besorgt und deswegen muss sie nun jeden Sonntag in das klein Dorf Nkoransa fahren. Naja, ich wurde im Dorf rumgezeigt und durfte allerhand Hände schütteln. Der Gottesdienst war gewohnt langweilig, bzw. sogar ein Superlativ, denn wir waren erst 14:30 Uhr fertig. Ich dachte echt ich müsste ausrasten! Danach besuchten wir noch ein paar Freunde von Bernice und fuhren wieder nach Hause. Eigentlich wollte ich danach beim Abtippen der End of Term Examinations helfen, aber da mein PC ja nicht wollte, war ich absolut überflüssig und ging schlafen.
Die nächste Woche war dann ziemlich geil eigentlich, denn es war Revisionswoche und ich musste einfach nur alles wiederholen und Übungen machen. Aber der Montag war gleich mal alles andere als entspannt. Eigentlich wollte ich im Computerlabor meine Deutschexamen abtippen, aber dann kam dazu, dass ich Appew, dem Architekt helfen durfte, da Torsten Quittungen brauchte. Das nahm etwa 2 Stunden in Anspruch, dann musste ich unterrichten, das nahm 2 Stunden in Anspruch. Außerdem nervte Milicent die ganze Zeit damit, dass ich ihr ein Examen holen sollte, das wir wohl hätten. Da ich aber die ganze Zeit am Tippen war, bat ich sie, doch bitte zu chillen und zu warten, aber sie nervte mich immer mehr und so ging ich dann doch erst zu unserem Raum, wo ich natürlich nichts finden konnte. Dann ging ich nach Hause, um dort nachzuschauen, aber natürlich wusste ich, dass es dort nicht ist. Dann ging ich zu Milicent ins Büro, offenbarte, dass wir es nicht haben und zog besagtes Buch ohne weitere Worte aus einem Stapel aus Heften und Blättern auf dem Schreibtisch Milicents und ging wieder sinnvolle Arbeit machen. Dann hatte ich endlich Zeit für meine Examen und kam dann endlich um 17 Uhr aus der Schule raus. Das klingt jetzt für normal arbeitende Deutsche eher langweilig, aber wenn man einen sehr entspannten Tagesablauf gewohnt ist, dann war das absolut nicht cool! Tja, was soll’s, ich war wenigstens mit der Arbeit fertig und konnte mich ein wenig zurück lehnen.
Am Abend schauten wir dann den Film Cool Runnings, was ich jedem jederzeit wärmstens weiterempfehlen kann! Es geht um die erste Bobmannschaft Jamaicas und es erinnerte mich in mancherlei Hinsicht an Ghana.
Tja, am nächsten Tag war ich dann relativ müde, aber Eric hatte mich zur Kumasi Polytechnic eingeladen, um dort Volleyball zu spielen, während er Basketball nebenan zocken wollte. Ich war so froh mal wieder rauszukommen und war viel zu früh an der Schule. So wartete ich also eine Stunde und freute mich schon auf nettes Spielen. Aber das wurde dann nichts. Ich kam in eine Mannschaft, die nur zwei halbwegs erfahrene Spieler hatte und ich durfte zu allem Überfluss noch zuspielen. Alter, hatte ich es satt. Jedes Mal sagte ich meiner Mannschaft, dass ich lieber angreifen sollte, aber es wurde dann nur gesagt, dass ich lieber zuspielen solle, weil das kein anderer kann… So verloren wir also drei Spiele hintereinander und dann als die Messen gesungen waren, fragte ich, ob ich nicht endlich mal angreifen könne. Unter viel Gerede und einigen Auseinandersetzungen der Ghanaer durfte ich dann doch mal und siehe da, wir konnten das Spiel an uns reißen. Daraufhin sammelte ich einige Nummern, darunter auch die von Joshua mit dem ich dann später noch ein wenig rumhängen sollte. Naja, aber Volleyball war ja erstmal vorbei und ich folgte Eric zur Wohnung, wo ich duschte und auf die Heimfahrt wartete. Doch daraus wurde nichts, denn an diesem Abend war ein Spiel zwischen Ghana und England und das musste natürlich angeschaut werden! 😀 Ich schlief derweil, weil es echt nicht so großartig war.
Naja, dann war es schon um 9 und wir liefen los um erst noch ein bisschen Reis abzustauben, der echt richtig geil war! Naja, dann fuhren wir nach Tanoso und liefen noch zu Daniel nach Hause, um noch das eine oder andere zu regeln. Da traf ich seine Schwester, die mir natürlich sofort angeboten wurde, aber dann kam schon ihr Ehemann und ich hatte kein Chance mehr lol Glück gehabt!
Der nächste Tag kam dann dem Montag wieder ziemlich nahe, bloß diesmal durfte ich 3600 Stempel auf 1800 Blätter verteilen, damit 100 Schüler später ihre 14 Examen schreiben können.
Den restlichen Schultag verbrachte ich dann nur noch mit Tackern, Tackern, Tackern… Großartig! Da Andrew in Accra war und das Internet schlecht lief, konnte ich mich nur auf Volleyball freuen und danach auf mein Bett.
Den nächsten Tag begann ich voller Tatendrang, aber dann versagte ich beim Reparieren eines Steckers und fügte mir einen ordentlichen Elektroschock zu, weswegen ich dann den Rest des Tages nur noch müde durch die Gegend wandelte und eigentlich nichts so richtig schaffte. Der Unterricht lief nicht so richtig, weil die Schüler anderes im Kopf hatten und am Nachmittag brachten sie mir Twi bei. Danach wollte ich einfach nur noch schlafen. Aber ich musste noch zum Radio und diesmal durfte ich auch selbst moderieren. Das war witzig, auch wenn ich durch das Essen vorher bei Andrew total müde und voller Luft war. Also rülpste ich erstmal gediegen ins Mikro. Aber zum Glück lachte keiner in irgendein Mirko und wir konnten so tun als ob nichts geschehen wäre. Aber Ruven hatte schon arge Probleme sich zusammenzureißen, genau wie ich. Naja, den Rest der Zeit schaffte ich aber ohne Mikrorülpse und so war es letztendlich relativ gelungen. Auch wenn Desmond das ganze Bizz natürlich mehr liegt als mir.
Und dann ging es los. Die Examen! An diesem 31.3. schrieben meine Schüler glücklicherweise schon ihre Englischexamen und so hatte ich viel Zeit, um mich darum zu kümmern! Aber ich war dafür an dem Tag wieder so gar nicht fit. Dazu kam dann auch noch, dass die Schüler meine Fragen nicht verstanden und ich nur am rumrennen war, weil ich Fragen beantworten musste, die ich schon einige Male im Unterricht beantworten musste. Es war ziemlich anstrengend! Und die Schüler sagten mir alle wiederholt, dass ich sie töten würde mit diesen Fragen. Tja, an diesem und am nächsten Tag machte ich mir dann noch richtig viel Gedanken darum und fühlte mich schlecht, besonders, weil mir von den Schülern gesagt wurde, dass ich es alles falsch gemacht hätte, dass ganz andere Fragen gefragt werden müssten und bla bla bla. Als ich mich dann am nächsten Tag mit Gifty darüber unterhielt, sagte sie mir die ganze Zeit, was mögliche Fragen gewesen wären und mir ging es immer schlechter. Wegen all den Sorgen fing ich dann auch erst Samstag an zu korrigieren. Und erst durch ein Gespräch mit Deborah am Sonntag, ging es mir besser, weil sie ja auch Englisch unterrichtet und mir zusicherte, dass, solang ich das abgefragt habe, was ich unterrichtet habe, ich keine Probleme habe. Ich hab dann auch noch mit einigen Schülern geredet und die haben gesagt, dass wir es einfach hinter uns bringen sollten und die Zensuren in der Zukunft vergessen werden würden. Also war ich wieder froh. Aber das war ja nur ein Teil des Wochenendes. Ich gehe nochmal zurück zum Freitag, an dem ich wieder Volleyball spielen ging und ich da Joshua traf, zusammen mit Prince und Fisco. Wir spielten ein bisschen, aber es begann zu regnen und so war der Spielspaß ein wenig eingedämmt. Aber danach wurde ich für den Samstagmorgen eingeladen, um am Prempeh College zu spielen, wo das Niveau dann echt mal höher sein sollte.
Ich erwartete viel von dem Samstagmorgen und das Niveau war auch endlich mal gut und ich war mal wieder, wie gewohnt unter den schlechteren Spielern, aber es wurde einfach so viel Gelabert und bei jeder fragwürdigen Entscheidung des Schiris wurde diskutiert. Es nervte extrem. Man konnte sich kaum auf das Spiel konzentrieren!
Aber das Spielen als solches war halt wirklich nett. Echt hart geschlagenen Bälle von ziemlichen Muskelprotzen, die mindestens doppelt so breit waren, wie ich! Nach Hause wurde ich dann von Ata(qué) gefahren, der in Kwadaso lebt. Und am nächsten Samstag, sprich morgen, wollte ich wieder kommen und mich von Anfang an auf das ganze Geschehen vorbereiten. Seelisch und moralisch!
Am Abend war dann Marias letzter Abschied. Sie sollte nie wieder während unseres Aufenthalts in Ghana nach Kumasi zurück kommen. Mit ihr hatte ich echt eine schöne Zeit, weil sie meine niveaulose Art lustig fand. Dadurch waren die letzen Monate echt witzig, aber naja, so ist das Leben.
Am 3.4. ging ich morgens endlich mal wieder nicht zur Kirche, sondern kam mit Joshua zum Volleyball spielen. Es war aber nicht so großartig, weil wir in der Mittagshitze spielten und ich mich dadurch kaum bewegen konnte und jeder Sprung überflüssig schien… Eigentlich hätte ich danach nach Hause gemusst, um Examen zu korrigieren, aber Joshua lud mich noch zu sich ein, und ich folgte, glücklich, dem Korrigieren entkommen zu sein. So fuhren wir also in Richtung Accra zu der Schule an der er unterrichtet. Nämlich zur KNUST High School. Wenn man hier KNUST sagt, dann bedeutet das schon was, also war ich echt verwundert, einen Lehrer von KNUST kennen gelernt zu haben. Naja, dann gingen wir ein Bierchen trinken und Diehuo essen. Das war ziemlich geil, besonders, weil so etrem hungrig und durstig vom Spielen war. Dann fuhren wir noch weiter raus, zu Joshua nach Hause. Dort lernte ich dann seine baldige Freundin kennen, die echt nicht schlecht aussah… 🙂
Und daraufhin chillten wir eigentlich nur noch, schauten Filme, hörten Musik und bald fuhr ich nach Hause, um mich dann meiner großen Challenge, den Arbeiten zu stellen. Ich schaffte es auch tatsächlich am nächsten Morgen mit dem ersten Lehrjahr abzuschließen und die Examen zu verteilen. Und am nächsten Tag war dann auch das zweite Lehrjahr durch. Aber alle Arbeiten bis auf jeweils eine, waren schrecklich und es machte keinen Spaß den Scheiß zurückzugeben und ich musste auch stark sein nicht jeweils 10 Extrapunkte zu verteilen. Aber so fielen jeweils mehr als zwei Drittel durch. Aber ich hatte wirklich alles mit ihnen wiederholt und auch gesagt, was dran kommen würde, doch meine Schüler wollten einfach nicht hören… Tja, da kann ich nichts machen. Am Montag war ich dann noch beim Arzt, weil ich dachte, dass ich Malaria hätte, aber leider war es keine Malaria und so ging es mir weiter richtig schlecht ohne Erklärung. Nun ja, am Nachmittag wurde ich dann von Ruven überredet mit zum Friseur zu kommen. Diesmal jedoch nicht zu dem in Kwadaso, sondern zum neuen Friseur in Denkyemuoso. Das Besondere bei ihm war, dass er noch nie unsere Art Haar geschnitten hat. So saßen wir also 1.5 Stunden beim Friseur und gaben Ratschläge. Ruven war der erste und schaute am Anfang sehr ängstlich, als der Friseur, Tender mit Name und riesigen Oberarmen, mit dem Rasierapparat nichts auf die Reihe bekam, aber es wurde dann langsam und am Ende sahen wir beide zwar nach Eingezogenen, aber nicht total hässlich aus!
Der Dienstag war dann einfach nur vom Schlafen und Korrigieren der Deutschklausur von Ruvens 55 SHS Schülern überschattet. Sonst passierte eigentlich nichts. Ich kam gegen 2 nach Hause, legte ich mich wenig später hin und wachte dann plötzlich um 19:30 auf und war so müde, dass ich bis zum nächsten Morgen durchschlief. Zu dem Zeitpunkt vermutete ich, dass ich die Schlafkrankheit haben könnte, aber so müde war ich die nächsten Tage dann nicht mehr, also konnte ich es ausschließen. Heute glaube ich, dass ich einen Wurm haben könnte, aber fest steht noch nichts.
Sonst ist bis heute aber auch nicht viel passiert. Am Mittwoch waren dann die Deutschexamen und ich beendete alle meine Arbeit noch am Mittwoch mit Noten eintragen und Zeugnisse mit Noten füllen. Danach war ich einfach nur noch glücklich, weil der Term für mich nun offiziell gelaufen war. Am Donnerstag war dann nur noch ein sinnvolles Staffmeeting angesagt, aber da es am Ende Cola und richtig geiles Essen gab, hatte ich kein Problem mehr gehabt. Auch das Radioprogramm fiel wegen nicht funktionierender AC aus. Also konnte ich in aller Ruhe schlafen gehen und mich auf die nächsten Tage freuen.
Heute habe ich dann den ganzen Tag mit Blog schreiben verbracht und werde demnächst mit den Schülern Fufu stampfen. Tja,… ich hab jetzt auch richtig Hunger! 🙂
Also bis bald! Byebye

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