#9

Hallihallo, heute ist der 14.11. und ich konnte mich endlich mal wieder zum Schreiben bewegen. Doch gibt es diesmal einen Grund für die lange bloglose Zeit! Denn es ist durch meine Krankheit einfach kaum etwas passiert… Naja, aber ich erzähl es trotzdem mal.

Am Samstag vor 2 Wochen, dem 30.10., gab es ein Highlight und das war der Besuch bei unserer neuen Freundin Anne. Doch es war erstmal eine witzige Angelegenheit dort hinzukommen. Zunächst fuhren wir einfach nach Kejetia (der Busstation von Kumasi) und kauften ein wenig ein. Dann riefen wir irgendwann ein Taxi und sagten ihm die Wegbeschreibung, die auch wir bekommen hatten: am Golden Tulip (dem eindrucksvollsten Hotel Kumasis, dass ich kenne), nach rechts oder links und dann irgendwann rechts und dann das erste weiße Haus auf der rechten Seite… Toll! Es war ein Wunder, dass wir uns nicht komplett verfuhren. Naja, als wir dann da waren, waren wir uns natürlich auch nichts sicher, ob wir überhaupt an der richtigen Stelle waren. Doch nach kurzer Zeit kam Anne uns abholen und wir durften durch den Hintereingang rein (der Haupteingang wurde uns von der Familie aus verboten, warum auch immer… aber das spiegelte die Einstellung der Familie auch recht gut wider, denn wir bekamen nur die Söhne beim Hund ausführen zu Gesicht).

Das Anwesen der Gastfamilie Annes war übrigens absolut unglaublich! Es bestand aus 3 Häusern, die irgendwie miteinander verbunden waren, hinzu kam dann noch eine relativ große Rasenfläche und ein Pool… ein Pool! Das war das Beste am ganzen! Wir lagen auch die meiste Zeit an diesem Pool und entspannten. Es war richtig schön! Dann spielten wir noch ein wenig Karten und ließen uns teuren Pfirsichsaft und teure Kekse schmecken. Das war es wert! Am besten wurde es dann, als wir in die Küche von Anne schauten: es gab KÄSE! Dazu muss man wissen, dass ich die letzten 6 Wochen nur von Käse geträumt und geschwärmt hatte. Ich machte mir gleich ein Käse, Tomate, Butter Brot und war für den Rest des Tages glücklich. Zum Abendessen gab es einen Tomaten-Zwiebel-Balsamicoessig-Salat zusammen mit Fertignudeln. Es schmeckte vorzüglich, auch wenn es zu wenig war. Kurze Zeit später machten wir uns dann auch auf den Heimweg und der Tag war vorbei.

Am nächsten Tag entspannte ich eigentlich die meiste Zeit, aber am Abend gingen wir nochmal zu PK essen. Eigentlich sollte es Foufou geben, aber dann gab es nur Yam mit einer Tomatensoße. Das war auch lecker, aber wir hatten uns etwas anderes erhofft. Tja, shit happens! Wir saßen letztendlich die ganze Zeit nur da und unterhielten uns. So wie immer. Diesmal war auch Oti da, der sich ziemlich offensiv an Mareike ranmachte. Das war witzig mit anzusehen, aber irgendwie konnte man nicht umhin, dass sie einem leid tat,  denn Oti kannte kein Pardon! ^^

Am Montag dachte ich dann, dass es mir wieder gut geht und ich startete wieder ins Schulleben. Dabei erlebte ich eine großartige Deutschstunde mit Schülern, die wirklich und ernsthaft mitarbeiteten. Es war einfach zu schön um wahr zu sein, denn als die Stunde vorbei war, wollten sie trotzdem mehr wissen.

So, am nächsten Tag sollte dann ein Staffmeeting stattfinden, weswegen ich die Hälfte meiner Englischstunde opfern musste. Doch das stellte sich als positiv heraus, denn ich war absolut fertig. Nach einer halben Stunde hatte ich Probleme zu stehen und ich wollte nicht mehr, aber ich brachte die restlichen Definitionen noch an die Tafel und verabschiedete mich. Das Meeting fand dann aber natürlich nicht statt. Wäre ja auch noch schöner.

Ich für meinen Teil legte mich dann für den Rest des Tages hin, denn die Stunde hatte mir absolut den Rest gegeben. Auch der folgende Tag begann mit einer absoluten Schwächephase. Es gab Pfannkuchen (!!!) und ich konnte nichts davon essen, weil ich einfach keinen Hunger verspürte. Deswegen rieten mir Anita und Daborah, die wir zum Pfannkuchenessen eingeladen hatten, den verlegten Termin des Meetings nicht wahrzunehmen und danach sofort zum Arzt zu gehen. Das tat ich dann auch, obwohl ich die Idee zum Arzt zu gehen total sinnlos fand, weil er nichts tun könnte, als mir gute Ratschläge und Tabletten zu geben. Und das hatte ich nicht so recht nötig. Alles was ich brauchte war Ruhe. Doch da ich am nächsten Tag fit sein wollte, weil wir einen dreitägigen Trip nach Winneba geplant hatten, ging ich trotzdem und wurde vom Arzt nur in meiner Meinung bestätigt. Sein Rat war Cola zu trinken, viel davon, weil ich so endlich mal Flüssigkeit aufnehmen würde und Zucker in meinen Kreislauf kommen würde. Dazu muss man wissen, dass ich die Wochen davor wegen meiner Krankheit nur etwa 400 ml pro Tag getrunken hatte, wenn ich einen guten Tag hatte…

Nun ja, die Cola gönnte ich mir! Und sofort sah ich besser aus, aber war trotzdem noch zu schwach um am nächsten Tag mitzufahren. Eigentlich wollte ich an diesem Donnerstag noch meine Englischstunde halten, doch da es der letzte Schultag war, war die Schule schon nach der ersten Doppelstunde vorbei und ich hatte frei. Ich verabschiedete mich von meinen Kollegen und startete die Tage des harten Chillens. Es stellte sich heraus, dass ich genau das richtige getan hatte. Zwar hatten die anderen eine extrem geile Zeit in Winneba, aber mir ging es mit der Zeit schlechter. Ich lag für drei Tage einfach nur auf der Couch und schaute Filme… Pro Tag etwa 5. Nebenbei kam Debbie vorbei und leistete mir Gesellschaft. Das war ganz nett. Sie schaute auch ein paar Filme mit mir, aber da ich nicht so viele gute englische Filme hatte, war es für sie nicht so cool. Und dank meiner Krankheit war ich auch sonst nicht wirklich unterhaltend. Naja, die Zeit verflog und am Samstag kochten wir dann leckere Contumary-Erdnusssuppe mit Hühnerfleisch. Und kurz bevor die anderen am Sonntag zurück kamen, bereitete Daborah noch den Rest vor, weil ich wieder schwächelte. Es war ein leckeres Essen! Den Rest des Abends haben wir dann noch Erlebnisse ausgetauscht, wobei ich nur eine Sache beisteuern konnte: eines Morgens waren nämlich etwa 20 Ziegen in unserem Hof und fraßen alles kahl. Das war witzig, aber ändern konnte ich nicht wirklich irgendwas, da ich an das Sofa und meinen Film gefesselt war….

Aber die Bilder und Erzählungen der anderen waren wirklich beeindruckend! Um ehrlich zu sein, war ich auch ganz schön neidisch, denn sie haben den ganzen Tag in der Sonne liegen können und allerhand Leute getroffen. Naja, es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass ich niemanden kennen gelernt hätte, während ich zu Hause blieb. Daborah stellte mir ihren jüngsten Bruder vor, der dann mit mir Kill Bill schaute und ich traf die Verlobte von Sakkordie, die in der Voltaregion lebt, wenn ich mich recht erinnere. Deswegen haben wir sie auch vorher nie zu Gesicht bekommen, weil diese Region einfach zu weit weg ist.

So, wie auch immer, dann lief die Ferienzeit auch schon wieder langsam aus, der Montag war einfach nur ein Tag an dem man anwesend sein musste und das war ich auch. Doch ich entspannte nur… Ich kann mich nicht erinnern, ob ich vllt mal einkaufen ging oder ähnliches, aber viel passierte eindeutig nicht!

Der Dienstag war dann ein schöner erster Schultag. Von etwa 20 bis 25 meiner Schüler waren nur 10 da. Deswegen hab ich einfach mit ihnen wiederholen wollen, dann sprachen sie ein Thema an, dass ich ihnen beibringen wollte, aber trotz tausend und einem Beispiel haben sie es nicht wirklich verstanden. Naja trotzdem hat die Stunde viel Spaß gemacht, weil sie es wenigstens probierten.

Später am Tag wollte ich Volleyball spielen gehen und ging deshalb zur Uni. So fand ich heraus, dass an Montagen und Dienstagen kein Training mehr stattfindet. Naja, ich regelte das Antivirenprogramm für PK, dass ich eigentlich schon bekommen hatte, aber beim Installieren sprangen die Viren des Computers auf meinen Stick und alles wurde sinnlos. Wie auch immer, nun konnte mich aber diesbezüglich nichts mehr aufhalten.

Am Ende des Abends schauten wir dann Sex and the City… das war ein interessantes Erlebnis, weil in diesem Film die Dekadenz auf härteste Weise zelebriert wird und mich das irgendwie ziemlich geschockt hat.

Wie auch immer, der nächste Tag kam geschwind. Cornelius und ich hatten an diesem Mittwoch vor mal wieder in die Innenstadt von Kumasi zu fahren, weil ich Stoffe für ein Hemd holen wollte und wir mal wieder ein geniales Essen machen wollten und die Zutaten nur aus Adum (einem Stadtteil Kumasis) bekommen konnten.

Das Kaufen der Stoffe war auf jeden Fall eine Erfahrung, weil der Markt das erste Mal extrem voll war, während ich mich dort aufhielt. Tausende Menschen strömten durch die engen Gassen und transportierten alles Denkbare und Undenkbare. Man muss es erlebt haben! Den richtigen Stoffe zu finden war leider nicht so einfach, weil die Stoffe einfach nicht an das europäische Schönheitsverständnis angepasst sind. Am Ende gefiel mir die Trauerkleidung am besten, aber gekauft hab ich sie lieber nicht, weil ich das Hemd ja auch mal so in Ghana tragen wollte.

Ich hab also ewig gebraucht, um an die Stoffe zu kommen, aber letztendlich war ich mit meiner Auswahl sehr zufrieden. Dann gingen wir zum Supermarkt und danach besorgten wir Kartoffeln. Die sind zwar teuer, aber schmeckten im Nachhinein richtig geil! Sonst ist in Kumasi aber nicht viel passiert. Auf dem Rückweg gönnten wir uns natürlich noch eine Kokosnuss und bekamen gleich ein Trotro nach Hause. Zu essen gab es an diesem Abend leckeres Gemüse mit Kartoffeln und Hühnerschenkeln. Das war echt mal gelungen. Den Abend ließen wir dann mit Sex and the City 2 ausklingen, was wirklich schlecht war, denn dieser Film hatte einfach nichts.

Am 11.11. gingen wir am Morgen mit Sakkordie zur MYND FM Radiostation. Dort hatten wir ein nettes Programm. Natürlich war Mareike diesmal das Highlight für den Radiomann und fragte sie immer wieder live Fragen, die sie nicht beantworten konnte, weil diese Fragen sich auf die Schule bezogen und Mareike noch nie bei so einem Programm mit war.

Naja, aber mir persönlich hat es Spaß gemacht, weil es diesmal nur auf Englisch war und man endlich mal hinterher gekommen ist und nicht aus dem Nichts angestupst wird und gebeten wird auf irgendwelche Fragen zu antworten. Naja, danach chillte ich noch eine Weile auf dem Unigelände und besuchte das Internet, wie fast jeden Tag dieser Woche.

Als wir zurückkamen war es schon früher Nachmittag und Cornelius und ich spielten noch ein bisschen Volleyball mit den Schülern. Doch nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit hat es mir schon wieder gereicht, weil mir zu viel diskutiert wurde und die Regeln auch absolut ungewohnt waren. Man durfte hier zum Beispiel nicht im oberen Zuspiel annehmen und sowieso schien alles ein wenig willkürlich. Naja, bald darauf entschied ich mich ein bisschen Schiedsrichter zu sein und das war dann ganz witzig, weil man sich die Diskussionen von weit weg anschauen konnte und somit drüber lachen konnte. Dann klingelte es zum Essen und eigentlich wollte ich noch PK besuchen gehen, entschied mich dann aber lieber zu entspannen und das am nächsten Morgen zu regeln.

Und so geschah es dann auch. Morgens um 6 Uhr standen wir auf und machten uns für eine Sporteinheit fertig. Dazu gehörte einerseits nach Ohwimase zu joggen und andererseits dort in Ohwimase bei PK ins „Fitnessstudio“ zu gehen. Das sah dann wie folgt aus: beim Joggen war ich viel zu unkonditioniert, um mit Ruven mithalten zu können. Das hieß also, dass er mir nach kurzer Zeit davon joggte und ich anstatt der geplanten 10 Minuten Joggen 15 Minuten joggte. Und ich pfiff aus dem letzten Loch. Es ging nicht mehr viel! Ich torkelte zum Gym und riss mich zusammen. Ich glaube ich hatte schon mal über das Gym geredet: das waren einfach ein paar Zahnräder, die zusammen mit Eisenstangen zu Gewichten umfunktioniert wurden. Unter freiem Himmel. Das hat echt was, besonders weil man mit ganz vielen absolut durchtrainierten Schwarzen trainiert, vor denen man im Dunkeln auch riesige Angst haben könnte, wenn man nicht wüsste, was ihnen im Kopf rumgeht.

Aber die sind alle cool drauf. Sie scherzen und lachen mit einem und helfen auch gerne mal mit Übungen. Es ist einfach eine sehr entspannte Atmosphäre, auch wenn alle ganz gerne mal mit Muskelmasse angeben, oder sich minutenlang im Spiegel (der übrigens jeden breiter aussehen lässt) betrachtet. Aber das hat eigentlich auch eher Charme als dass es nervig ist.

Nach dem Kraftsport ging ich dann zu PK, von dem ich den Hausschlüssel bekommen hatte und installierte endlich das Antivirusprogramm auf seinem Computer. Es dauerte zwar ewig und drei Tage und zwischendurch machte ich echt schlapp, aber Ruven kam bald nach und beendete den Installationsprozess für mich. Danach nahm ich mir ein Taxi nach Hause und Ruven joggte. Da Freitag war, chillte ich für eine lange Zeit, um dann irgendwann mit Mareike nach Kwadaso zu fahren. Dort wollten wir versuchen endlich den langersehnten Balsamicoessig zu bekommen. Aber wir versagten. Stattdessen holten wir einfach normalen Essig und wollten damit dann ein annehmbares Salatdressing machen. Daneben holten auch wir noch allerhand Gemüse und Gewürze, die es dort im Überfluss gab. Dazu gehörte schwarzer Pfeffer, Curry und ein ganz besonderes Schmankerl: geriebene grüne Paprikaschoten. Es war so giftgrün, dass man fast Angst bekommen konnte. Wir holten es aber einfach wegen seiner Farbe und wollten später rausfinden, wie es schmeckt.

Auf dem Rückweg, ich muss es einfach erwähnen, holten wir uns noch Eis, was extremst lecker war. Auf dem Weg vom Taxi zu unserer Wohnung kamen dann die Schüler an und nahmen mir alle Sachen ab, denn ich trug einige Tüten und einen 15 Kilo Wasserbeutel auf dem Kopf. Aber Mareike wurde knallhart nichts abgenommen… Das stellt den Platz von Frauen in Ghana ganz gut dar. Sie sind absolut angesehen, aber halt zuständig für die Küche und den Einkauf. Männer besorgen scheinbar nur das Geld. Aber da keiner damit Probleme zu haben scheint, regt sich niemand auf. Naja, zu Hause angekommen, offenbarte ich Mareike, dass ich noch Volleyball spielen gehen wollte, was ich dann auch tat. In dieser Zeit bereitete sie schon den Reis für die geplante Reispfanne vor. Als ich dann zurück kam, schnitten wir das Gemüse zurecht und mixten es mit dem Reis, Curry und anderen Gewürzen. Nebenbei regelte ich auch den Tomaten-Zwiebel-Salat und sein Dressing. Am Ende war es echt lecker, aber mit Balsamico noch genialer. Tja, man kann nicht alles haben. Irgendwann waren der Reis und das Gemüse fertig und es sah verdammt lecker aus, doch ich versagte etwas beim Reis… Denn ich gab absolut zu viel dazu, aber das merkte ich erst als ich es probierte. Um den salzigen Geschmack zu überdecken gab ich auch noch Unmengen von Zucker hinzu. Am Ende war es immer noch ziemlich salzig, aber noch im Rahmen. Wie auch immer, mit dem Salat zusammen war es sooooo lecker, dass ich mich absolut überfraß und noch stundenlang Bauchschmerzen hatte, doch das war es wert! ^^

Da Mili am Vorabend Geburtstag hatte, gingen wir diesen Abend mit ihr in eine Bar, denn an jenem Vorabend wurde sie auch noch von ihrem Freund versetzt und ging alleine weg.

Naja, wir entschieden uns für eine Bar in Kwadaso, die recht entspannt war und wo die Getränke erschwinglich waren. Es war ein witziger Abend und wir hörten ein bestimmtes Lied zum Abschied, welches ich in mein Herz geschlossen hab, aber von dem ich weder weiß, wie es heißt, noch von wem es ist. Es klingt aber genial. Doch irgendwann finde ich den Namen raus und habe es auf meinem Ipod!

Zu Hause unterhielten wir uns noch eine Weile und konspirierten. Denn Ruven kam die kluge Idee, dass Mili schwanger sein könnte. Das würde eine solche hastige Hochzeit erklären und warum sie so einen großen Bauch hat. Außerdem wollte sie nichts Alkoholisches trinken. Natürlich kann das auch alles andere Gründe haben, nämlich, dass sie einfach mal nach einer ziemlich alkoholreichen Zeit kürzer treten will und dass ihr Freund bald für 5 bis 6 Jahre nach Amerika reist, aber es macht doch mehr Spaß Gossip in die Welt zu setzten. Dann redeten wir noch ein wenig über die Untreue in Ghana. Darauf sind wir gekommen, als wir über Milis Freund redeten, denn der wird in Amerika sicherlich nicht treu bleiben. Braucht er nach ghanaischen Traditionen auch gar nicht, denn es ist normal. Die, die es sich leisten können, haben mehrere Frauen und die die es sich nicht leisten können haben eine Frau und einige Affären… Doch wieder mal, es ist einfach normal für Ghana und keiner beschwert sich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich hier die Frauen fühlen müssen, aber wenn man es von Anfang an nicht anders kennt, dann kommt man wohl besser damit zurecht. Mili hat auf jeden Fall durch ihren Vater die Meinung, dass jeder Mann fremdgeht, weil er seine Hormone nicht unter Kontrolle hat, so wie ihr Vater.

Tja, wie auch immer, am Samstag wollte ich dann morgens zur Kirche gehen. Davor jedoch ging ich zum Volleyball und vergaß die Zeit, sodass ich die Treffzeit um 1,5 Stunden verpasste. Naja, ich ging also einfach nach Hause und chillte und schlief noch eine halbe Stunde. Dann war aber schon die Zeit zum Haare schneiden gekommen, denn Cornelius und ich wollten endlich mal wieder weniger ungepflegt um den Kopf herum aussehen. Naja, da Cornelius und Ruven beim Gym einen Friseur kennen gelernt hatten, der in Deutschland an einer Frankfurter Militärkaserne Haare geschnitten hatte. Somit wussten wir also, dass er halbwegs mit unserer Art Haar umgehen konnte. Er gab sich auch extrem viel Mühe, sodass jeder Haarschnitt etwa eine Stunde dauerte… Naja, ich bekam einen Militärschnitt und sehe nun absolut bösartig aus. Aber ich werde mich dran gewöhnen. Cornelius ist mit seinem Schnitt auch nicht unbedingt zufrieden, aber wir werden es beide überleben. Der Friseur war echt freundlich, was es alles relativierte. Am Abend dann machten Ruven und Mareike Red-Red (frittierte, reife Kochbananen mit Bohneneintopf) für Torsten (den, der meine Bewerbung bearbeitet hat und überhaupt ziemlich viel beim Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis zu sagen hat, weil er Vizepräsident des Vereins ist), der aus München kommen sollte. Doch da sich sein Flieger verspätete, kam er nicht noch bei uns vorbei und so hatten wir eine übergroße Menge an Essen für uns. Doch wir warteten mit Essen bis kurz vor 11. Eine Zeit zu der wir sonst immer schon schliefen. Das war ziemlich anstrengend!

Und jetzt komme ich zum heutigen Tag. Es ist viel passiert! Der Morgen begann schön entspannt. Wir standen sehr spät auf, also so 7:30 Uhr und frühstückten erstmal, während Ruven zur Kirche ging. Dann ereilte uns ein Anruf von einer unbekannten Nummer. Es stellte sich heraus, dass es Torsten war. Er lud uns zu sich sein, denn er wohnte nur um eine Ecke in einem Guest House. Dort redeten wir lange Zeit über Land, Leute und Lebensweise. Wir verglichen Eindrücke und Meinungen. Aber keiner von uns hatte ernsthafte Probleme, sodass wir schnell zur Entwicklung der Tabelle der ersten Bundesliga kamen. Nebenbei aßen wir Trollis aus Deutschland. Mit allen möglichen Bayern München Motiven. Tja, und dann kam der langersehnte Moment, es gab Pakete aus Deutschland. Jeder von uns rastete vor Glück aus. Nur Cornelius hatte kleine Probleme, denn er gelobte keine Süßigkeiten mehr bis zu seiner Abreise zu essen. Und da die Hälfte unserer Pakete aus Süßigkeiten bestand, wurde sein Durchhaltevermögen auf eine harte Probe gestellt. Besonders als Ruven zwei Packungen mit den leckeren American Cookies auspackte. Die mit Schokostückchen. Natürlich wurde eine halbe Packung gleich am Abend vernichtet, jedoch ohne Cornelius. Wie auch immer, bald nach der Paketausgabe gingen wir zurück zu unserem Apartment. Dort gab es dann die Melone, die wir extra für Torsten gekauft hatten. Sehr lecker! ^^

Während wir dann so da saßen, vernichtete ich etwa ein Drittel meiner Süßigkeitenvorräte. Das war sehr lecker und dringend mal wieder nötig! Danach fühlte ich mich zwar nicht so wohl, weil ich es ziemlich übertrieben hatte, aber das ist und war mir egal.

Naja, danach gingen wir dann mit Torsten zu Alberts Haus (das ist der Präsident des Vereins). Das war wirklich mal ein Anblick! Eine absolute Villa. Zweistöckig! Und vor allem sah sie schon fast fertig aus. Normalerweise sieht man hier drüben nur halbfertige Häuser, die eher an Ruinen erinnern, als an alles andere. Hier ist es nämlich so, dass man sein Geld langsam aber sich in sein Haus investiert. So kann es halt auch passieren, dass es, wie bei Albert nach 20 Jahren immer noch nicht fertig ist. In 2 Jahren will Albert dann einziehen. Dann bekommt er deutsche Rente. Ich weiß zwar nicht wie viel er bekommen wird, aber selbst mit 500 Euro pro Monat, kann man es hier echt krachen lassen! Ich meine wir bekommen 150 Euro pro Monat und zusammen mit dem Geld für Reisen sind es vllt 200 bis 220 Euro pro Monat. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung hat… Ich wüsste nicht was ich täte, denn das ist echt zu viel. Nebenbei sollte mal erwähnt sein, dass Alberts Haus nur 80000 Euro gekostet hat. Torsten sagte, dass das gleiche Haus in Deutschland vielleicht eine halbe Million gekostet hätte. Tja, das ist Ghana.

Danach sind wir dann wieder zurück gegangen und ich hab für 2 Stunden geschlafen. Danach war wieder joggen und Kraftsport angesagt und diesmal joggte ich sogar zurück. Wenn auch viel langsamer als Ruven, aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Wieder zu Hause gab es Essen und die benannten Cookies. Ich war sogar so frei meine zweite Tafel Schokolade zu verteilen, die gute Alpenmilchcreme… Wow, es war echt unglaublich! Jetzt ist der Geschmack noch halb auf meiner Zunge, denn es ist erst zwei Stunden her… Ich glaube ich hole mir noch ein Stück und beende meinen Eintrag hiermit.

Viel Spaß noch und bis später…

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One Response to #9

  1. Torsten says:

    Ich glaube, es war nicht die Haelfte, die aus Schokolade bestand, sondern 90 Prozent.

    Vielen Dank fuer die Melone, die war wirklich lecker

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